Theater-AG der Edertalschule zeigt „Unter uns – ein grotesk-makaberes Stück Friedhof“

Auf dem Friedhof ist der Teufel los

Frankenberg - Mit einem grotesken und makaberen Stück will die Theater-AG der Edertalschule die Zuschauer unterhalten. Premiere ist am Mittwoch, 14. Mai. „Unter uns“ ist zugleich die Abschiedsvorstellung von Theater-AG-Leiter Paul Möllers, der zum Schuljahresende in Pension geht.

Als Handlungsort für ihr weitgehend selbst entwickeltes Stück haben die Edertalschüler ausgerechnet einen Friedhof gewählt. „Die Grundidee ist durchaus gesellschaftskritisch“, erläutert Paul Möllers, der Leiter der Theater-AG. „Es geht um die Frage, ob alle Bereiche der Gesellschaft dem kapitalistischen Vermarktungsinteresse ausgesetzt werden dürfen. Wir haben diese Frage mit der Wahl des Handlungsortes auf die Spitze getrieben.“

„Nutten“ treffen Blinde

Und in der Tat ist auf diesem Friedhof der Teufel los. Dort, wo eigentlich Ruhe und Frieden herrschen sollten, wird mit harten Bandagen gekämpft. Zu Anfang des Stücks geht es zwar noch recht friedlich zu, denn zwei „Nutten“ wollen das Grab ihrer verstorbenen Kollegin besuchen. Sie sorgen für die menschliche Wärme in dem Stück und geben einige herzzerreißende Lieder zum Besten.

Ihnen begegnen zwei „Blinde“, die sich im Laufe der Handlung als gar nicht so blinde Occupy-Kämpfer „outen“. Außerdem sind der schräge Friedhofsverwalter und seine Sekretärin in hektischer Betriebsamkeit auf dem Friedhof unterwegs, um die Gräber auf Vordermann zu bringen. Denn sie erwarten den Boss der amerikanischen Aktiengesellschaft „Happy Die“, der zusammen mit seiner Stellvertreterin grundlegende Veränderungen auf dem Friedhof durchführen will, damit dieser mehr Profit für die Aktionäre abwirft. Zu diesem Zweck wird eine Werbefirma engagiert, die mit fragwürdigen Werbeslogans und bunten Leuchtreklamen die Attraktivität des Friedhofs aufmotzen will.

Ein „verrückter Haufen“

Einer der Occupy-Kämpfer interessiert sich mehr für das weibliche Geschlecht als für den politischen Kampf und gerät deshalb in Stress mit seiner Frau. Der andere Kämpfer nimmt den Vorsitzenden der Kapitalgesellschaft als Geisel, um die „letzte Oase der Freiheit“ - nämlich den Friedhof - vor der kapitalistischen Vermarktung zu bewahren. So kommt es zu einem spannenden Showdown auf dem Friedhof. Zu allem Überfluss mischen sich auch noch die Toten ein…

Die Theater-AG nutzte zwei Freizeiten und viele wöchentliche Probentermine, um das Stück und die einzelnen Szenen zu entwickeln. „Es war manchmal anstrengend, aber wir haben auch sehr viel Spaß dabei gehabt und hoffen, dass auch das Publikum Spaß und Freude an unseren Ideen hat“, sagt Möllers. „Dieser verrückte Haufen hat so viele Ideen entwickelt, dass wir für die endgültige Fassung eine Auswahl treffen mussten. Dabei sind auch Szenenvorschläge gestrichen worden, die uns zu pietätlos erschienen, um sie dem Publikum zumuten zu können.“ Aber auch in der endgültigen Fassung gebe es einige makaberen Situationen, die vielleicht auch den einen oder anderen Zuschauer schockieren könnten.

Überraschungseffekte

Schon in den letzten Tagen der Osterferien begannen die Techniker der Theater-AG mit dem Aufbau von Bühne und Zuschauerrängen im Dampfmaschinenmuseum in Schreufa. Jede freie Minute und alle Wochenenden bis zur Premiere werden genutzt, um die umfangreichen Arbeiten zu bewältigen. „Auch die Darsteller müssen beim Aufbau mithelfen“, sagt Möllers, „denn wir begreifen unsere Arbeitsgemeinschaft als ganzheitliches Projekt, bei dem jeder Beteiligte möglichst an allen Aufgaben beteiligt sein soll, von der Entwicklung der Szenen über das Layout von Programmheft und Plakat bis hin zum Aufbau der Bühne.“

Unmittelbar vor der Premiere sind an drei Tagen intensive Endproben angesetzt, bevor sich die Schüler ihrem Publikum stellen. Das bekommt dann ein Stück zu sehen, das Möllers so charakterisiert: „Ein Stück mit Gesang, einigen Überraschungseffekten, grotesken Situationen, viel absurdem Humor - nichts für schwache Nerven.“

Die Aufführungstermine im Überblick: Mittwoch, 14. Mai, Freitag, 16. Mai, Samstag, 17. Mai, Sonntag, 18. Mai, jeweils um 20 Uhr im Dampfmaschinen-Museum im Unternehmenspark Nord Frankenberg-Schreufa.

Der Eintritt kostet neun Euro, ermäßigt fünf Euro. Im Vorverkauf gibt es Eintrittskarten in der Buchhandlung Jakobi in der Fußgängerzone, im Lädchen gegenüber der Schule, außerdem in Korbach in der Buchhandlung Urspruch. (r)

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