Apfel-Presstag in Haubern

Frischer geht es nicht

„Welche Sorte ist das ?“ lautete die am häufigsten gestellte Frage in der Obstsortenausstellung. NABU-Obstspezialist Robert Jäger (r.) aus Twiste beantwortete fast alle Fragen und erläuterte die besonderen Eigenschaften der Apfelsorten.Fotos: Frank Seumer

Frankenberg-Haubern - Ernten, waschen, häckseln, pressen und kosten - viele Arbeitsgänge führten am Wochenende in Haubern zu schmackhaften Apfelsaft. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein feierte sein 40-jähirges Bestehen.

Zweistrahlende Herbsttage lang pressten die Hauberner auf dem Raiffeisenplatz vor der Kulturscheune schmackhaften Apfelsaft aus heimischem Streuobst. Drei Pressen waren im Einsatz - vom kleinen Modell für den Privathaushalt bis zur historischen Saftpresse des Naturschutzbundes aus der Schwäbischen Alb. Unterstützt wurden die Hauberner von Mitgliedern der Hallenberger Oldtimerfreunde, die sogar einen 57 Jahre alten Bautz-Schlepper mitbrachten und damit die Häckselmühle antrieben. Im Einsatz waren auch Mitglieder der Frankenberger Naturschutzjugend.

Doch die Apfelernte fiel in diesem Jahr längst nicht so ertragreich aus wie in den Vorjahren. Während am Wolkersdorfer Weg in Haubern die Bäume voll hingen, kamen viele Hobbygärtner nur mit kleineren Mengen zum Pressen. Hauberner Kinder sammelten in Bollerwagen viele Feldäpfel, brachten sie zum Pressen und kosteten nachher den fruchtigen Saft.

Mehrere Arbeitsgänge waren nötig: Erst wurden die Äpfel in großen Bottichen gewaschen. Danach wurden sie in zwei Häckselmühlen zermahlen. Die Maische kam in eine der drei Pressen. Im Nu floss der Saft in Strömen. „Die Äpfel sind nach dem regenreichen Sommer sehr saftig“, stellte Volker Zimmermann, Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins fest. Er bestimmte in einem Messtrichter den Zuckergehalt des Saftes und stellte dabei je nach Sorte deutliche Unterschiede fest.

Allen Generationen auch unbekannte Sorten zeigen

In der Kulturscheune hatte Dieter Mütze wieder eine große Obstsortenausstellung mit rund 70 Sorten aufgebaut. Am Samstagnachmittag bestimmte der Fachreferent für Obstsorten beim Naturschutzbund, Robert Jäger, die mitgebrachten Äpfel vieler Besucher: Teser, Coulon Renette, Horneburger Pfannkuchen - vielfach unbekannte Sorten tauchten auf. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein sorgte mit Kaffee und Kuchen, Bratwurst, Steaks und Brezeln für das leibliche Wohl der Gäste. Am Freitagmorgen waren bereits wie in jedem Jahr die künftigen Schulkinder der Geismarer Kindertagesstätte in Haubern zu Gast und pressten ihren eigenen Saft.

Ziel des Verkehrsvereins ist es, allen Generationen den hohen Wert des heimischen Obstes für die Ernährung und Gesundheit ins Bewusstsein zu rücken. Am Samstagabend feierten die Mitglieder zum Ausklang in der Kulturscheune ohne viel Aufsehens das 40-jährige Vereinsbestehen.

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