Kalte Nachttemperaturen setzn Rotbuchen und Eichen zu

Neben Trockenheit: Auch Frost attackiert Blätter

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Unschöner Anblick im Mai: So sehen die Blätter und Blüten einer erfrorenen Rotbuche bei Hommershausen aus.

Waldeck-Frankenberg. Es sieht teilweise apokalyptisch aus in den Wäldern Waldeck-Frankenbergs: braune Blätter und vertrocknetes Grün vor allem an Rotbuchen und Eichen. Grund ist der strenge Frost in den Nächten Anfang Mai.

Besonders die Laubbäume mit ganz frischen Blättern, die in Talmulden stehen, hat es getroffen. Denn kalte Luft ist schwerer als warme und fließt in die Senken.

Das führte zu bizarren Anblicken, zum Beispiel im unteren Bereich des Nienzetals bei Frankenberg-Hommershausen: Dort stehen vertrocknete Rotbuchen inmitten von blühendem Weißdorn, hellgrünen Hainbuchen und dunkelgrünen Tannen. Ihre jungen Blätter sind erfroren. Naturbeobachter wissen, dass im oberen Nemphetal im Burgwald gelegentliche solche Frostschäden auftreten. Doch dass der Frost die Blätter so attackierte wie jetzt an vielen Stellen im Landkreis, das haben auch die ältere unter ihnen noch nicht erlebt.

Im Bereich des Forstamtes Frankenberg sind laut Leiter Andreas Schmitt neben den Rotbuchen auch die Eichen betroffen. Sein Amtskollege Eberhard Leicht vom Forstamt Vöhl hat braune Blätter auch bei Walnussbäumen, Linden und Eschen beobachtet.

„Das sieht unschön aus, ist aber nicht lebensbedrohlich für die Bäume“, sagt Schmitt. „Sie werden sich wieder erholen. Die Eichen bekommen zudem noch ihren zweiten Blattaustrieb, den Johannistrieb.“

Allerdings werden die Bäume in diesem Jahr weniger wachsen. „Was den Radius angeht, ist das nicht viel, aber insgesamt kommen da schon etliche Kubikmeter zusammen“, erläutert er.

Viel größere Sorgen bereitet den Forstamtsleitern die extreme Trockenheit: Insbesondere in den jungen Eichen- und Tannenkulturen, die nach den Windwürfen der vergangenen Jahren gepflanzt wurden, sehe es traurig aus, sagen sie. Ohne Regen werden die jungen Bäume eingehen. Sie sind dreifach belastet: Durch die hohen Tagestemperaturen trieben sie früh, dann kamen die starken Nachtfröste und zudem fehlt die Feuchtigkeit.

Quelle: HNA

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