An der Kreuzung in Löhlbachs Dorfmitte wurden einst Schweine zusammengetrieben

Früher gab’s keine Mauer

Ortsdurchfahrt Löhlbach in den 1940er-Jahren: Die damalige Reichsstraße (heute B 253) war eng, steil, kurvig und führte in der Ortsmitte im Kreuzungsbereich mit der Hainaer Straße (Bildmitte) in eine Hohle. Neben der Scheune rechts ist ein Schieferhang zu erkennen, der später durch eine Mauer abgestützt wurde. Der Hof Höhle in der Bildmitte wurde in den 1960er-Jahren abgerissen. Repro: Heinz Brück

Löhlbach. Ein Holzteil an der Bundesstraße 253 in Löhlbach zieht die Blicke auf sich. Dort, wo in der Ortsmitte am Abzweig nach Haina die Mauer am Straßenrand erneuert wird, ist das große Teil aufgestellt. „Was ist denn das?“, fragen sich Löhlbacher und Vorbeifahrende.

„Das wird eine Plakatwand“, sagt Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus auf solche Fragen. Wer ihn dabei genau anschaut, sieht, dass er sich ein Lächeln verkneifen muss. Das Holzteil dient in Wirklichkeit als Platzhalter. Dort soll in die Mauer, die zum großen Teil mit Natursteinen verkleidet wird, ein Betonteil eingebaut werden.

Moderne Betonelemente

Wie berichtet, sollen drei moderne Betonelemente – in Form eines Rechteck in der Mitte und zweier Pfeilen an den Seiten – die Wand schmücken. Die Arbeiten gehen laut Bürgermeister planmäßig voran. Er sei froh, dass nicht die zunächst vorgesehene und viel kostenaufwendiger Lösung umgesetzt werde, sagte er im Gespräch mit der HNA.

Beim Abriss der alten Mauer hatte sich auch gezeigt, wie brüchig diese war. „Die hätte nicht mehr lange gehalten“, sagt Heinz Brück. Als ehemaliger Ortsvorsteher hatte er sich schon 2005 für die Sanierung eingesetzt. Er kennt die Mauer gut, denn sein Elternhaus steht oberhalb der Abstützung. Brück kann sich noch erinnern, wie sie 1949/50 gebaut wurde.

Er weiß aber noch mehr über die Mauer. Aus seiner umfangreichen Sammlung historischer Fotos hat er der HNA ein Bild aus den 1940er-Jahren zur Verfügung gestellt, als es die Mauer noch nicht gab, sondern ein Hang aus Schiefergestein an die Kreuzung angrenzt.

Der Kreuzungsbereich wurde seinen Schilderungen nach früher Sauplatz genannt. Denn dort holte der Schweinehirt die Tiere ab, die er für die Besitzer zur Mast in den Wald im Bereich Kirchberg trieb. Bei dem heutigen Verkehr hätte er allerdings Schwierigkeiten, die Tiere sicher in den Wald und zurückzuführen.

Hintergrund

Von Martina Biedenbach

Quelle: HNA

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