Nachtfrost und Sonnenstrahlen im Frankenberger Land

Der Frühling fährt Achterbahn

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Krokusse und Schneeglöckchen erblühen bereits im Frankenberger Land. Nachts müssen die zarten Pflanzen jedoch teilweise noch Minusgraden trotzen.Foto: Roland Schmidt

Frankenberger Land - Während uns das erste Märzwochenende mit Sonnenschein und milder Luft verwöhnte, gab es am zweiten nasskaltes Spätwinterwetter. Mittlerweile ist der Lenz mit allem Zubehör zurückgekehrt - doch für wie lange?

Wie unterschiedlich der März aussehen kann, haben die beiden letzten Jahre eindrucksvoll demonstriert: Schnee und Eis ohne Ende, bis in den April hinein, gab es im Jahr 2013, ein Jahr später gab es einen extrem sonnigen, trockenen und deutlich zu milden März.

Nachdem sich der vergangene Winter zunächst ähnlich mild präsentierte wie sein Vorgänger, erwarteten viele schon eine Wiederholung des Wetterverlaufs von 2014. Doch sowohl der Kältevorstoß zwischen den Jahren als auch die Einwinterung im Bergland ab der dritten Januardekade wiesen in eine andere Richtung. Zwar blieb der Winter insgesamt zu mild und seine Mitteltemperatur lag um rund ein Grad über dem Durchschnitt, doch zumindest die erste Februarhälfte brachte auch in den Tälern Winterwetter und in den Bergen hielten sich die erstklassigen Wintersportverhältnisse bis weit in den März hinein. Die Niederschlagssumme der drei Wintermonate erreichte ziemlich den Normalwert, nur beim Sonnenschein fehlten erneut etliche Stunden.

Deshalb wurden die sonnigen Tage ab dem Ende der ersten Märzwoche auch von den meisten Zeitgenossen mit Freude begrüßt und auch die derzeitige Frühlingsphase lockt die Menschen nach draußen. Endlich lassen sich wieder Eis oder Kaffee im Freien genießen, die eingemotteten Fahrräder und Inliner werden reaktiviert und in den Gärten hacken, graben und pflanzen die Hobbygärtner mit neu entfachter Begeisterung. Doch bei vielen der kleinen Pflänzchen, die jetzt wieder im Freien wachsen und blühen sollen, stellt sich die bange Frage: Überlebt es einen erneuten Kälterückfall und ist der denn schon in Sicht?

Am Freitag beginnt nun auch der kalendarische Frühling, die Tage werden wieder länger als die Nächte und bis zum Beginn der Sommerzeit ist es auch nicht mehr weit. Dennoch sind Kälterückfälle um diese Zeit keine Seltenheit und auch das Jahr 2015 macht da wohl keine Ausnahme. Denn nachdem wir bis zum Mittwoch noch viel Sonnenschein und Wärme genießen dürfen, sorgt am Donnerstag ein erste Kaltfront bereits für mehr Wolken im Westen und beginnende Abkühlung.

Am Freitag macht sich dann ein kleines Randtief von England her auf den Weg nach Südosten, hinter ihm fließt mit einer strammen nördlichen Strömung ein Schwall skandinavischer Kaltluft nach Mitteleuropa. So sind am Samstag, ähnlich wie vor einer Woche, viele Wolken und leichte Niederschläge zu erwarten, wobei sich durchaus einige Schneeflocken bis ins Flachland verirren können. In den Bergen wird es erneut weiß und am Alpenrand sind sogar ergiebige Schneefälle möglich. Zwar schiebt sich schon zum Sonntag ein Keil des Azorenhochs bis zur Nordsee vor und unterbindet weiteren Kaltluftnachschub, doch die Wolkenauflösung, die er im Norden Deutschlands mit sich bringt, beschert uns ein bis zwei frostige Nächte. Dabei sind in ungünstigen Lagen sogar Werte unter minus 5 Grad möglich - alle empfindlichen Pflanzen müssen dann also unbedingt geschützt werden.

Aber schon zu Beginn der neuen Woche setzt der Frühling seine Achterbahnfahrt fort und es geht mit den Temperaturen wieder bergauf. Gar zu gerne möchten viele jetzt wohl wissen, ob denn das Osterwetter auch schon abzusehen ist. Aber da muss jeder seriöse Meteorologe passen: Lassen sich im Winter und im Sommer aus eingespielten Großwetterlagen schon mal allgemeine Vorhersagen für die nächsten Wochen ableiten, ist das im Herbst und im Frühling kaum möglich.

Denn da verschieben sich die großräumigen Drucksysteme wie Azorenhoch und Islandtief regelmäßig von Nord nach Süd und wieder zurück und dieser Prozess verläuft in jedem Jahr anders und oft mit extremen Ausschlägen in beide Richtungen. So gesehen verhält sich unser März mit seinen ständigen Wechseln zwischen Winter und Frühling durchaus normal - bis der Frühling endgültig die Oberhand gewonnen hat, können noch gut vier Wochen ins Land gehen.

von Roland Schmidt

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