Zum Frühlingsanfang: Interview mit dem Winter über seine schwache Leistung

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Mit Skiern auf der grünen Wiese: Wer in diesem Winter Ski fahren wollte, musste es so machen, wie der Winter persönlich: Wilhelm Winter aus Gemünden ist nach Österreich gefahren, dort gab es sogar so viel Schnee, dass er sein Auto freischaufeln musste.

Frankenberg. Heute endet der Winter, der Frühling beginnt. Zeit für eine Winter-Bilanz. Dieser war erst zu mild, dann zu kalt, zu trocken sowieso und insgesamt zu unbeständig.

Aber warum? Wir fragen einen, der es wissen muss: den Winter persönlich. In diesem Fall den Gemündener Stadtverordneten-Vorsteher Wilhelm Winter.

Herr Winter, Ihren Namen haben Sie in diesem Jahr aber nicht verdient, oder?

Winter: Eigentlich schon. Aber bei der schlechten wirtschaftlichen Lage muss man auch mal an die Familien denken, die Heizkosten wären sonst doppelt so hoch.

Wir haben hier alle auf Schnee gehofft, und Sie haben sich beim Skifahren in Sölden vergnügt. Was sagen Sie zu Ihrer Verteidigung?

Winter: Nicht nur in Sölden, sondern auch im Zillertal, Pitztal, Willingen und Winterberg. Wenn der Schnee nicht zu mir kommt, dann fahre ich eben zu ihm. Das gilt übrigens auch für Kunstschnee.

Wollen Sie sich wenigstens bei all den Kindern entschuldigen, die auf weiße Weihnachten gehofft hatten?

Winter: Liebe Kinder, die Flocken von Frau Holle haben dieses Jahr leider nur rund um die Berge gereicht, aber wir werden für den nächsten Winter mehr Vorrat produzieren. Und wenn an Weihnachten 2012 noch keine Flocke zu sehen ist, gibt es immer noch so rote Behälter, die weißes Pulver versprühen können.

In Willingen gab’s nur halb so viele Skitage wie im Vorjahr? Macht Ihnen das eigentlich Spaß, die Skifahrer so zu ärgern?

Winter: Eigentlich nicht, denn was gibt es Schöneres, als sich den ganzen Tag an der frischen Luft sportlich zu betätigen, und ganz wichtig: nette Menschen kennenzulernen.

Erst war’s so mild im Dezember, und dann haben Sie uns im Februar Dauerfrost bis minus 20 Grad beschert. Woher kommen diese Stimmungsschwankungen?

Winter: Es ist wie bei der Börse: mal rauf, mal runter, oder Absturz in den Keller oder rauf aufs Dach. Dadurch kommt nie Langeweile auf, und der Wetterdienst hat viel Arbeit.

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Quelle: HNA

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