Die Arbeit macht ihm Spaß

„Fühle mich noch fit“: Landrat Kubat tritt zur Wiederwahl an

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Im Garten des Landratsamtes in Frankenberg: Dr. Reinhard Kubat ist seit 2010 Landrat von Waldeck-Frankenberg. Am 5. Juli geht er gegen Karl-Friedrich Frese in die Wahl.

Waldeck-Frankenberg. „Die freie Zeit ist eindeutig weniger geworden. Das hätte ich nicht erwartet." Seit er vor fünf Jahren Landrat geworden ist, ist Dr. Reinhard Kubat beruflich deutlich stärker eingespannt als noch als Bürgermeister von Frankenau.

Ein Porträt.

Trotz der weniger gewordenen Zeit sei ihm schon zur Halbzeit seiner ersten Amtszeit an der Spitze des Landkreises klar gewesen: „Ich fühle mich noch zu fit und zu stark, um nur eine Periode zu machen. Mit 57 nichts Forderndes mehr zu tun, ist nicht mein Ding. Und außerdem macht es auch Spaß - wenn auch nicht jeden Tag.“

Am 5. Juli will sich Reinhard Kubat von den Waldeck-Frankenbergern also erneut zum Landrat wählen lassen. Mit Karl-Friedrich Frese von der CDU ist ein früherer Bürgermeister-Kollege sein Gegenkandidat. „Wir kennen uns gut, sind beide früher auf die Alte Landesschule in Korbach gegangen“, erzählt Kubat. „Es hat mich überrascht, dass er kandidiert.“

Als SPD-Landrat und CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag sind sich Kubat und Frese in den vergangenen Jahren schon unzählige Male in politischen Diskussionen begegnet. Die Schärfe der Töne, wie sie manchmal im Kreistag herrsche, habe er erst lernen müssen, gesteht Kubat, ohne dabei ausdrücklich Frese zu nennen. „In der ersten Phase meiner Amtszeit war ich da manchmal dünnhäutiger und habe vielleicht auch mal zu harten Worten gegriffen, die sonst nicht meine Art sind.“

Zuhause sei er stets derselbe geblieben. „In Marienhagen bin ich der Reinhard von nebenan. Vollkommen unkompliziert.“ Bei Spaziergängen mit seiner Frau Susanne könne er von der Arbeit abschalten, aber auch wichtige Dinge besprechen. Für die vier Kinder - drei wohnen noch zu Hause - fehle ihm manchmal die Zeit, bedauert er. „Ich schaffe es selten zu Schulfesten oder zum Fußball. Das sind die Schattenseiten.“

Grundsätzlich versuche er, sich einen Tag am Wochenende freizuhalten - für die Familie, für seinen Garten, seine Enten und Hühner und die Bienen, die er seit zwei Jahren hat. Nach einem Besuch als Landrat auf dem Lehrbienenstand in Korbach hat er mit der Imkerei angefangen, mittlerweile hat er vier Bienenvölker und schon seinen eigenen Honig. „Meine beiden Jungs machen auch schon mit“, erzählt er stolz.

In den nächsten Wochen wird der studierte Biologe wenig Zeit für seine Bienen haben. Sein Terminkalender sei wegen des Wahlkampfs deutlich voller als üblich. „Ich versuche, präsent in der Fläche zu sein und mich thematisch breit aufzustellen“, sagt er und nennt zum Beispiel die Schulen, den Öffentlichen Personennahverkehr und das Netzwerk für Toleranz. „Im Wahlkampf sollen die Argumente zählen“, sagt Kubat. Die Wähler werden am 5. Juli entscheiden, wer von beiden Kandidaten die besseren hat.

Quelle: HNA

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