Neue Serie: HNA-Leser melden unschöne Ecken in ihrem Ort

Für viele ein Schandfleck: Warum diese Trafostation trotzdem wichtig ist

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Für manche Anwohner ein Schandfleck: die Trafostation der EGF in der Ruhrstraße in Frankenberg. 

Frankenberg. Brachliegende Grundstücke, veraltete Bushaltestellen und Müllkippen – überall finden sich Orte, über die man sich ärgert. Damit etwas geschieht, sind wir mit unseren Lesern auf der Suche nach Schandflecken im Frankenberger Land. So wie diese Trafostation in Frankenberg.

Manch ein Autofahrer, der durch Frankenberg fährt, wird das Gebäude in der Ruhrstraße kaum beachten. Wer es aber als Anwohner direkt vor seiner Haustür hat, für den kann der graue Rechteck-Bau durchaus ein Schandfleck sein. So wie für Sylvia Stuhlmann.

Sie wohnt am Beginn der Wigand-Gerstenberg-Straße – direkt an der Einmündung zur Ruhrstraße. „Von meinem Balkon aus sehe ich diesen Schandfleck an der Kreuzung“, hat sie auf unseren Leser-Aufruf geschrieben, uns unansehnliche Ecken zu melden. Für Sylvia Stuhlmann ist klar: „Eine Reinigung und ein Farbanstrich sind lange überfällig. Warum denen das nicht auffällt, wundert mich schon lange.“

Mit „denen“ meint sie die Energie-Gesellschaft Frankenberg, kurz EGF, der das Gebäude gehört. Es handelt sich um eine Transformatoren-Station, wie EGF-Geschäftsführer Karl-Heinz Schleiter der HNA auf Nachfrage erklärt. „Sie dient der Stromversorgung im Umfeld.“ Und Schleiter stellt gleich klar: „Die Trafo-Station ist wichtig. Die muss da stehen!“

In der Station seien zwei Transformatoren untergebracht. Einer regelt die ankommenden 110.000 Volt aus dem Umspannwerk am Kegelberg auf die Mittelspannung von 20.000 Volt herunter, der andere diese 20.000 Volt auf 400 Volt. Diese Niederspannung wird letztlich an Verteilerschränke in Straßen des Ederdorfs weitergeleitet. Auch an Sylvia Stuhlmann in der Wigand-Gerstenberg-Straße.

Zudem verteilt die Station mit ihren beiden Schaltanlagen den Strom zum Kreiskrankenhaus und in Richtung des Industriegebietes. Etwa 70 solcher Trafostationen gibt es laut Karl-Heinz Schleiter in Frankenberg. „Die sind aber nicht alle so groß wie diese, manche sind so groß wie eine Garage.“

Karl-Heinz Schleiter

Das Trafo-Gebäude in der Ruhrstraße sei in den 1970ern gebaut worden. „Dass das nicht schön aussieht, wissen wir auch“, sagt Schleiter. „Wenn erst mal einer etwas drauf geschmiert hat, kommt der Nächste und meint, er könnte da ein Plakat drankleben.“

Schleiter erinnert an eine Aktion der EGF vor einigen Jahren: Damals hatte die Energie-Gesellschaft Sprayer, die Trafostationen mit Graffiti beschmiert hatten, nach ihrer Überführung beauftragt, die Gebäude offiziell farblich zu gestalten. „Das war schön gemacht“, findet Schleiter.

Die Sprayer von damals seien aber nicht mehr in Frankenberg, und die Fassade der Station in der Ruhrstraße eigne sich nicht für derartige Kunst, sagt Schleiter. Er sagt aber auch: „Hier müssen wir sicher mal etwas tun.“

Leser-Aufruf

Schandflecke gibt es in jedem Ort. Ob es eine löchrige Straße ist, die immer schlimmer wird, oder das herrenlose Haus, dem man beim Verwahrlosen zusehen kann, oder auch der große Müllberg, der von Unbekannten illegal in die Gegend gekippt wird. All das sind Ecken, auf die kein Ort stolz ist. Wir bitten Sie, liebe Leser, uns Ihren Schandfleck in Ihrem Ort vorzustellen – mit Foto, einer Beschreibung, der Straße und Ihren Kontaktdaten. Wir finden heraus, warum sich dort nichts tut und wer dahinter steckt. Schreiben Sie uns per E-Mail an die Redaktion: frankenberg@hna.de

Quelle: HNA

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