Bromskirchen

Der funkgesteuerte Traum vom Fliegen

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- Bromskirchen (mba). Auf dem Bromskirchener Flugplatz starten Propellerflugzeuge, Segelflieger und sogar Düsenjäger – die Piloten bleiben aber am Boden zurück.

Es ist ein lauschiger Sommerabend im September. Die Sonne steht schon tief und hüllt die Landschaft in goldgelbes Licht. Die Vögel singen einen Abendgruß, auf einer nahen Wiese blöken Schafe. Alles ist friedlich. Da ertönt ein mechanisch surrendes Geräusch, wie von einer riesigen Roboter-Mücke. Ein Mann mit schwarzem Pullover läuft mit weit ausholenden Schritten über die Wiese. In seinem ausgestreckten rechten Arm trägt er ein Jagdflugzeug. Genauer gesagt einen „Eurofighter Typhoon“, der Stolz der deutschen Luftwaffe. Im Laufen holt der Mann aus und wirft den brummenden Düsenjet in die Luft. Der Pilot gibt Schub, die Tragflächen bekommen Strömung. Katapultstart geglückt – die Maschine ist in der Luft.

Nun ist Marco Backhaus kein Gigant, der tonnenschwere Düsenjäger in die Luft wirft. Das rot-weiße Flugzeug wiegt nur ein paar Kilogramm und ist etwa einen halben Meter lang. Backhaus ist der Konstrukteur des Fliegers, den gerade sein Vereinskamerad Udo Hesse über die Felder bei Bromskirchen steuert. Und Hesse sitzt auch nicht im Cockpit des Eurofighters, sondern steht neben Backhaus am Boden und verfolgt das Flugzeug mit den Augen. Über die Steuerhebel einer Fernsteuerung kontrolliert er die Flugbewegungen.Die beiden sind Mitglieder des Bromskirchener Modellflugvereins „R.C. Ederbergland“, der auf einem Feld unweit des Dorfes einen Modellflugplatz betreibt.

R.C. steht für „Radio Controlled“, zu Deutsch „funkferngesteuert“. Der Club hat derzeit 38 Mitglieder, davon wohnen allerdings nur zwei in Bromskirchen. Die anderen kommen aus dem ganzen Kreisgebiet und sogar von weiter weg, etwa aus Bochum. „Wir haben sogar einen fliegenden Holländer“, sagt der Vorsitzende Jochen Geise. Der Holländer startet im Urlaub seine Modellflieger in Bromskirchen. Die Vereinsaktivität besteht aus regelmäßigen Treffen, Fachsimpelei – und dem Fliegen, das selbstverständlich im Mittelpunkt steht. Eine feste Saison gibt es dafür nicht, Hauptsache es ist Flugwetter: klarer Himmel, nicht allzu viel Wind. „Wir sind auch schon zu Weihnachten geflogen, bei minus 16 Grad“, sagt Geise. „Aber nicht lange.“ Flugschauen und Wettbewerbe haben sie auch schon veranstaltet, aber in jüngster Zeit nicht mehr.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 8. September

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