Kein Handyempfang in Hatzfelder Stadtteil

Funkloch kommt ins Fernsehen: HR drehte nach HNA-Bericht in Holzhausen

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Interview am Backhaus: (von links) Das HR-Team mit Reporterin Katrin Wegner, Stadtrat Herbert Becker und Holzhausens Ortsvorsteher Oliver Zissel.

Holzhausen. Ob morgens, mittags, abends oder nachts: Die Menschen im Hatzfelder Stadtteil Holzhausen haben jeden Tag denselben Ärger. 

Wenn sie in ihrem Dorf mit dem Handy telefonieren wollen, bekommen sie auf dem Gerät nur eine lapidare Auskunft zu sehen: „Kein Netz“. 

Nach einem Artikel der HNA hat sich nun auch der Hessische Rundfunk des Themas angenommen: Am Donnerstagmittag reiste HR-Redakteurin Katrin Wegner mit einem Kamerateam nach Holzhausen, um über das „Funkloch“ Holzhausen zu berichten und dazu Menschen des Dorfes zu interviewen.

Erster Gesprächspartner war Ortsvorsteher Oliver Zissel. Zum Thema Mobilfunk in seinem Ort konnte er nur die Achseln zucken: „Wir haben hier ein riesiges Funkloch. Was den Mobilfunk angeht, ist bei uns total Sense. Für ein Hochtechnologieland darf das einfach nicht sein.“ Dabei erinnerte Zissel auch an die Probleme im Tourismus: „Wenn auf unseren Rad- und Wanderwegen etwas passiert, kann per Mobilfunk keine Hilfe geholt werden.“

Ergänzt wurde der Ortsvorsteher von Stadtrat Herbert Becker: „Auf dem Lindenhof haben wir dasselbe Problem wie in Holzhausen. Auch dort gibt es keinen Mobilfunkempfang.“ Dabei stieg Becker noch tiefer in die Problematik ein: „Manche Arbeiten in der Land- und Forstwirtschaft darf ich nur alleine machen, wenn ich ständig erreichbar bin. Durch das Funkloch ist das hier nicht gegeben.“ Und Becker hatte auch noch eine schlechte Nachricht: „Meine Nachfrage beim Mobilfunkanbieter Vodafone hat ergeben, dass für Holzhausen in kürzester Zeit kein Netzausbau geplant ist.“

Am Backhaus in Holzhausen machte die HR-Reporterin die Probe aufs Exempel. Ein Blick aufs Smartphone reichte: Kein Netz. Auch für ihren Sohn war die Redakteurin nicht zu erreichen – der hatte vergeblich versucht, die Mutter anzurufen. Nur einen kleinen Trost hatte die HR-Redakteurin für die betroffenen Holzhäuser: „In Sachen Mobilfunk sind derzeit noch 152 Orte in Hessen ein schwarzer Fleck auf der Landkarte.“

Wer in Holzhausen Mobilfunkempfang haben will, muss derzeit erst noch etliche Schritte unternehmen – im wahrsten Sinne des Wortes: Nach einem etwa 1000 Meter langen Fußweg auf einen umliegenden Berg oder zum einen Kilometer entfernten „Dreiländereck“ mit Frohnhausen und Laisa gibt es endlich den heiß ersehnten Zugang ins Mobilfunknetz. Aber wer will zum Telefonieren immer erst 1000 Meter laufen? 

Zu sehen ist der Beitrag zur besten Sendezeit: am Mittwoch, 15. August, ab 20.15 Uhr im HR-Wirtschaftsmagazin MEX. „Der Beitrag wird etwa sieben Minuten dauern“, informierte Autorin Katrin Wegner bei dem Ortstermin.

Quelle: HNA

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