Gemeinden planen Zusammenschluss

Fusion von Allendorf und Bromskirchen? Bürger werden informiert

Ja oder nein? Am 14. März 2021 entscheiden die Bürger von Allendorf/Eder und Bromskirchen, ob sich die beiden Gemeinden zusammenschließen. Vorher finden sechs Infoabende statt, der erste am morgigen Dienstag in Bromskirchen.  
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Ja oder nein? Am 14. März 2021 entscheiden die Bürger von Allendorf/Eder und Bromskirchen, ob sich die beiden Gemeinden zusammenschließen. Vorher finden sechs Infoabende statt.

Seit 2015 sind Allendorf/Eder und Bromskirchen eine Verwaltungsgemeinschaft. Nun planen die beiden Gemeinden im Oberen Edertal den nächsten Schritt: eine Fusion. Aber nicht ohne die Zustimmung der Bevölkerung.

Allendorf/Bromskirchen – Die Bürger in Allendorf/Eder und Bromskirchen stehen vor einer der wichtigsten politischen Entscheidungen in Waldeck-Frankenberg seit der Gebietsreform in den 1970er-Jahren: Bei einem Bürgerentscheid am 14. März 2021 – zusammen mit der hessischen Kommunalwahl – stimmen sie darüber ab, ob sich Allendorf und Bromskirchen zum 1. Januar 2023 zu einer Gemeinde zusammenschließen oder nicht.

Über die Fusion und den Bürgerentscheid können sich Interessierte vorher ausführlich informieren: Die ersten beiden von sechs Infoabenden finden diese Woche am Dienstag, 20. Oktober, in der Schützenhalle in Bromskirchen und am Donnerstag, 22. Oktober, in der Mehrzweckhalle in Allendorf statt, jeweils ab 19 Uhr (siehe Infobox).

Sechs Infoabende für die Bevölkerung

Um sich vorab ausführlich über die Vor- und Nachteile, über Beständiges und sich Veränderndes einer Gemeindefusion informieren zu können, bieten die beiden Gemeinden sechs Bürgerversammlungen an, die jeweils um 19 Uhr beginnen. Wegen der Corona-Einschränkungen wird auf die großen Hallen in Allendorf und Bromskirchen ausgewichen:

Bromskirchen (Schützenhalle) am 20. Oktober, 19. November und 2. Februar. Allendorf (Mehrzweckhalle, ehemalige Tennishalle) am 22. Oktober, 17. November und 4. Februar.

Anmeldung ist nötig: Hierzu kann man sich über den an alle Haushalte verteilten Flyer, online auf allendorf-bromskirchen.de, per E-Mail an vg@allendorf-eder.de oder telefonisch unter 06452/91310 anmelden.

Wegen der allgemein steigenden Corona-Zahlen gelten für die Infoabende verschärfte Hygienevorschriften, teilte Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn am Montag mit: Am Eingang soll jeder Besucher seine Hände desinfizieren. Eine Maske ist nicht nur auf dem Weg zum Sitzplatz zu tragen, sondern während der kompletten Veranstaltung. Und es werde alle 20 Minuten gelüftet, kündigte Junghenn an. Die Besucher sollten sich also warm genug anziehen. Die Registrierung der Teilnehmer erfolge mit der Anmeldung.

Zusammenschluss über Jahre vorbereitet

Für die Verantwortlichen in der Gemeinde ist der Zusammenschluss „ein logischer Schritt“, wie die beiden Bürgermeister Claus Junghenn (Allendorf) und Ottmar Vöpel (Bromskirchen) in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklären, in der sie für den Gemeindezusammenschluss werben: „Allendorf und Bromskirchen haben schon sehr frühzeitig erkannt, dass man gemeinsam mehr erreichen kann. Auch wenn jede Gemeinde für sich finanzstark ist“, heißt es in der Mitteilung.

Demnach liegen die Anfänge kommunaler Zusammenarbeit noch vor Zeiten der Gebietsreform – damals für den Bereich Abwasser. Anfang der 1990er wurde eine weitere Zusammenarbeit bei der Gefahrgutüberwachung gemeinsam mit weiteren Nachbarn vereinbart, die bis heute Bestand habe. Es folgten immer mehr Einzelaufgaben, die gemeinsam erledigt wurden: Sie reichten von der Regionalentwicklung bis zum Standesamtsbezirk.

„Im Laufe der langen Jahre der Zusammenarbeit hat sich eine gemeinsame Kultur entwickelt, die von Vertrauen und gegenseitiger Achtung geprägt ist.“

Die Bürgermeister Claus Junghenn und Ottmar Vöpel.

„Der logische Schritt lag 2015 in der Gründung einer Verwaltungsgemeinschaft zwischen Allendorf und Bromskirchen – der erste Gemeindeverwaltungsverband dieser Art in Hessen“, erinnern Junghenn und Vöpel. Diese Verwaltungsgemeinschaft habe immer mehr Aufgaben für die beiden Gemeinden übernommen: Von der Buchhaltung bis zum Bauhof wurden der Verwaltungsgemeinschaft nach und nach Aufgaben übertragen.

„Im Laufe der langen Jahre der Zusammenarbeit hat sich eine gemeinsame Kultur entwickelt, die von Vertrauen und gegenseitiger Achtung geprägt ist“, stellen die Bürgermeister fest. „Deshalb war es der logische nächste Schritt, im Zuge einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie ausloten zu lassen, welche Optionen ein kompletter Zusammenschluss bieten könnte. Diese Studie wurde 2019 erstellt und kommt zu dem Ergebnis, dass eine gemeinsame Gemeinde die größten Potenziale bietet.“

Die Studie kann man auf der Gemeinde-Homepage allendorf-bromskirchen.de nachlesen. Dort ist auch ein Briefkasten eröffnet, der Bürger-Fragen rund um den beabsichtigten Zusammenschluss beantwortet.

Auch die HNA wird demnächst in einer Informationsserie Themen wie Kinderbetreuung, Verwaltungsstandorte, Bauhofstandorte und einiges mehr erläutern. Dort kommen Beteiligte zu Wort, damit sich die Bürger vor dem Bürgerentscheid ein umfassendes Bild machen können. (Von Jörg Paulus)

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