Frankenberg: Abistreich mit Hindernissen

Vor dem Fußballspiel gegen die Lehrer ist Putzen angesagt

Frankenberg - Der Abistreich am Montagmorgen gestaltete sich als eine Mischung aus Wasserschlacht und Fußball-Europameisterschaft. Während die Schüler im Fußball einen Sieg einfuhren, verlief der eigentliche Abistreich nicht so wie geplant.

Die Eingänge der Edertalschule sind versperrt, mit Mülltonnen oder Absperrbändern. Es gibt keine Tür, die am Montagmorgen von den Schulabgängern verschont bleibt. Plakate und Zettel hängen über das gesamte Schulgelände verteilt an Wänden und Türen: Lehrer betreten an diesem Tag nicht ihren üblichen Arbeitsplatz, sondern „gefährliches Terrain“, Kopfgeld in Form von Bonbons ist auf sie ausgesetzt. Doch auch im Lehrerzimmer finden die Pädagogen nur schwerlich Schutz. Hunderte und aberhunderte von mit Wasser gefüllten Plastikbechern blockieren den Zugang. Auch die Treppen sind mit Bechern gefüllt und nicht begehbar. Während draußen eine Wasserschlacht mit Wasserpistolen und Wasserbomben tobt, versuchen einige Schüler, sich einen Weg durch die vollgestellten Treppenhäuser hindurch zu bahnen. Becher kippen um, das Wasser verteilt sich überall im Flur, die Stufen hinunter zum Schulhof verwandeln sich in einen Wasserfall. Dadurch wird das geplante Programm beeinträchtigt – denn die Lehrer und auch Direktor Winfried Deichsel finden die Fluten auf den Fluren gar nicht lustig, wie Deichsel bestätigt: „Das hat mich geärgert, weil da zwangsläufig andere Schüler durchgelaufen sind. Das war eine Riesen-Sauerei, die dann auch in die angrenzenden Räume getragen wurde“. Zudem mangele es bei Wasserpistolen und verbarrikadierten Türen an Kreativität und Geist. Auch deshalb habe er persönlich keine Lust verspürt, bei dem von den Schülern geplanten Quiz für Lehrer mitzumachen – „und ich könnte mir vorstellen, dass es auch anderen Kollegen so ging“, mutmaßt Deichsel, warum auch andere das Spiel boykottierten: „Wir machen gerne einiges mit, aber sollte ein gewisses Niveau haben.“

Becher und Wasser müssen also beseitigt werden, bevor das Programm weitergehen kann – und das sehen die Abiturienten auch ein und sorgen für Ordnung in den Fluren. Und damit ist das Thema erledigt und das Programm geht mit dem traditionellen Fußballspiel gegen die Lehrer weiter.

Seit Jahren haben die Teams der Lehrer keinen Sieg gegen ihre Schüler eingefahren. Und das bleibt vorerst auch so. Die Schüler siegen 2:1. (alu/apa)

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