Urteil: 42-Jähriger muss Führerschein abgeben und 3000 Euro Strafe zahlen

Fußgänger angefahren: Sechs Monate auf Bewährung

Frankenberg. Zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung ist ein 42-jähriger Mann aus dem Frankenberger Land am Montag vom Amtsgericht Frankenberg verurteilt worden. Zudem muss er eine Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro zahlen und seinen Auto-Führerschein abgeben.

Richterin Andrea Hülshorst sah es nach der Verhandlung als erwiesen an, dass der Mann mit seinem Auto einen Fußgänger angefahren und dabei verletzt hat. Der Angeklagte räumte bei der Verhandlung am Montag ein, dass es zum Zusammenstoß mit dem Fußgänger gekommen sei - allerdings versehentlich. Jedoch, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, habe er „billigend in Kauf genommen“, den Mann zu treffen.

Der Vorfall ereignete sich im März dieses Jahres. Der Angeklagte fuhr mit seinem Auto auf dem Verbindungsweg zwischen Friedhof und Schulstraße in Allendorf-Eder. Dort waren der Geschädigte und seine Freundin mit ihrem Hund spazieren. Als sie das Auto bemerkt haben, seien sie zur Seite gegangen, sagten beide vor Gericht aus. Nach Ansicht des Angeklagten hätten der Mann und die Frau nicht ausreichend Platz für ihn gelassen.

Nachdem er an den beiden Fußgänger vorbei war, hätten sie ihm eine beleidigende Geste gezeigt. Das, so sagte der Angeklagte aus, habe er im Rückspiegel gesehen. Er hielt an und fuhr rückwärts auf die beiden Personen zu, um sie zur Rede zu stellen.

Dabei habe der Angeklagte nicht beziehungsweise zu spät gebremst, sodass er den Mann traf und verletzte. Er erlitt mehrere Hämatome und Prellungen am linken Arm, am Unterschenkel, am Brustkorb und am Becken. Zudem waren Schmerzen an der Halswirbelsäule die Folge.

Mit dem Urteil entsprach das Gericht den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Der Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr liege vor, da der Angeklagte sein Auto als „gefährlichen Gegenstand“ eingesetzt habe. Damit ist das Mindeststrafmaß - eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten - anzusetzen, sagte Richterin Hülshorst in ihrer Urteilsbegrünung. (suw)

Quelle: HNA

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