Frankenberg

Fußgängerzone soll attraktiver werden

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- Frankenberg (jos). die Franeknberger Fußgängerzone soll umgebaut werden. In einer Arbeitsgruppe haben Mitglieder des kaufmännischen Vereins mit Bürgermeister Christian Engelhardt und Bauamtsleiter Karsten Dittmar verschiedene Varianten eines Umbaus besprochen und neue Gestaltungsricht­linien für Außenwerbung und Mobiliar auf städtischen Flächen festgelegt.

„Dinge, die schon lange angedacht waren, finden nun in der Planung einen Abschluss und werden hoffentlich bald auch umgesetzt“, sagte Engelhardt am Mittwoch bei der Herbstversammlung des kaufmännischen Vereins. Der scheidende Rathauschef berichtete, dass ein Wirt auf dem Obermarkt bereits freiwillig Plastik­stühle und bunte Schirme ausgetauscht habe. Die „nicht so wertige Erscheinung“ sei damit­ gewichen – genau das soll per städtischer Satzung ab dem nächsten Jahr auch in der Fußgängerzone geschehen. Die Stadtverordneten sollen die Richtlinien in ihrer nächsten Sitzung im Dezember beschließen.

Engelhardt erläuterte den Kaufleuten, dass sich die Ausstattung des neuen Landratsgartens fortsetzen soll bis zur Schnittstelle an die Altstadt beim Café Nostalgie. Die Stadtmöbel – also Bänke, Lampen und Mülleimer – sollen erneuert werden. Gleichzeitig müssten aber auch die Elemente des Handels und der Gastronomie zu einem besseren Erscheinungsbild beitragen: Es geht um Außenständer, Terrassenmöbel und Werbung auf der Straße. „Wir brauchen ein homogenes Bild und eine homogene Qualität“, sagte Engelhardt. Mit Vorgaben an Farbe, Form und Material soll dies gelingen. Als Beispiel aus der detaillierten Satzung nannte der Bürgermeister, dass natürliche und zurückhaltende Farbtöne gefragt seien.

Formal soll die Umsetzung der Gestaltungsrichtlinien so ablaufen: Wer öffentliche Gehwege nutzt, muss dafür bei der Stadt eine Sondernutzung beantragen. Die derzeit genehmigten Sondernutzungen kündigt die Stadt zum Ende dieses Jahres auf. Die Händler und Gastronomen müssen die Sondernutzung also neu beantragen – dabei sind dann die neuen Richtlinien zu berücksichtigen. Geplant sei eine Übergangsphase bis 2016, sagte Engelhardt. Durch eine Staffelung der Gebühren sollen allerdings Anreize geschaffen werden, schon so früh wie möglich die neuen Richtlinien einzuhalten.

„Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, dass Sie in Ihrer Markenbildung eingeschränkt werden“ versprach Engelhardt und verwies darauf, dass der Vorstand des kaufmännischen Vereins ja mitgearbeitet habe an der neuen Satzung. Es sei ein guter Kompromiss gefunden worden. „Am Ende werden alle durch ein attraktiveres Umfeld profitieren“, sagte Engelhardt. Neben den Gestaltungsrichtlinien stellte der Bürgermeister auch zwei Varianten vor, wie die Fußgängerzone umgebaut werden könnte: Eine Kompletterneuerung des Pflasters sei die technisch bessere Option, sie kostet laut Engelhardt allerdings rund 1,3 Millionen Euro.

Günstiger wäre eine sogenannte Laufspur aus Naturstein. Diese Variante würde nur 420 000 Euro kosten. Hinzu kommen bei beiden Lösungen rund 100 000 Euro für neue Stadtmöbel und 50 000 Euro für die Grundsätzlich würden die Anlieger wie bei einem Wohngebiet 75 Prozent der Kosten zu tragen haben, erklärte Engelhardt. Er schlägt allerdings vor, dass sich Stadt und Kaufleute die Investition teilen und jeder Partner die Hälfte zahlt. Das sei allerdings nicht mit der Straßenbeitragssatzung möglich, sondern nur durch die Gründung eines sogenannten „Business Improvement Districts“ (BID). Für einen solchen BID müssten sich laut hessischer Gesetzgebung 15 Prozent der Anlieger aussprechen. Gleichzeitig dürften höchstens 25 Prozent der Einrichtung widersprechen.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 25. November

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