Neues Förderprogramm für Frankenberg

Fußgängerzone wird nicht 2014 fertig

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Die Stadt Frankenberg möchte in das Förderprogramm „Aktive Kernbereiche in Hessen“ aufgenommen werden. Die Sanierung der Fußgängerzone könnte so günstiger werden. Allerdings ist in diesem Jahr laut Bürgermeister Rüdiger Heß nur noch mit einer Sanierung des Teilstücks zwischen Thonet-Brunnen und Iller-Mones-Platz zu rechnen.Foto: Malte Glotz

Frankenberg - Die Bagger rollen noch nicht in der Fußgängerzone. Bürgermeister und Bauamt hoffen auf die Aufnahme in ein weiteres Förderprogramm des Landes. Dann dürfte die Sanierung von Pflaster und Unterbau günstiger werden. Fertig wird die neue Flaniermeile in diesem Jahr so aber nicht mehr.

Bad Wildungen hat vorgemacht, wie es geht – und Frankenberg könnte nachziehen. Nachdem CDU und Grüne Ende des vergangenen Jahres in der Stadtverordnetenversammlung den Antrag eingebracht haben, nach weiteren Förderprogrammen für die Fußgängerzone zu suchen, ist tatsächlich eine bislang ungenutzte Möglichkeit aufgetaucht. Die Voranfrage für einen Förderantrag wurde bereits gestellt, den offiziellen Antrag müssen die Stadtverordneten am Donnerstagabend verabschieden. Die Stadt soll in das Förderprogramm „Aktive Kernbereiche in Hessen“ aufgenommen werden. Und eines der besten Beispiele für eine gelungene Umsetzung liegt beinahe vor der Tür: Bad Wildungens „Scharnier“ zwischen Altstadt und Kurbereich.

„Das Ziel ist es, die grundhafte Sanierung der Neustädter Straße und der Ritterstraße günstiger zu machen“, erklärte der Bürgermeister am Montagabend im Haupt- und Finanzausschuss. Doch das Programm umfasst einen deutlich größeren Bereich der Frankenberger Altstadt und könnte in einigen Jahren auch die Sanierung von Ober- und Untermarkt günstiger machen. Ausdrücklich eingeschlossen ist der komplette historische Kern Frankenbergs vom Thonet-Platz hoch oberhalb der Straße „Auf der Nemphe“ und der Bremer Straße, entlang der Kanton-Brou-Straße und „Auf der Heide“ bis zur Stadtmauerstraße und der Straße „Auf der Burg“. Das schließt etwa Ober-, Unter- und Pferdemarkt, Neue Gasse, Steingasse und Schmiedegasse, aber auch den gesamten Burgberg mit ein. „Grob gesagt geht es um das komplette Gebiet, wo das alte Pflaster liegt“, sagte der Bürgermeister.

Maximal 700000 Euro

Zugleich betonte er aber, dass akut nur Neustädter Straße und Ritterstraße im Rahmen des neuen Förderprogramms saniert werden sollen. Und er stellte klar: „Die Gesamtmaßnahme ist nicht förderfähig.“ Zwar sei bei Aufnahme in das Programm mit einer Förderquote von bis zu 70 Prozent zu rechnen – nur eben nicht auf die Gesamtinvestition von 2,35 Millionen Euro für die Fußgängerzone. Welcher Teil dieser Summe als förderfähig anerkannt werden kann, sei noch nicht abzuschätzen. Der Antrag der Stadt geht von einer förderfähigen Gesamtsumme von gut einer Million Euro aus. Die Kostenlast der Stadt könnte also um maximal 700000 Euro sinken. Die verbleibenden Kosten würden dann wie gehabt nach dem bisherigen Schlüssel auf die Anlieger umgelegt. Diese dürfen also mit geringeren Ausgaben rechnen.

Bad Wildungen hat das Programm genutzt, um seine Altstadt an das historische Kurzentrum anzubinden. Konkret ging es um die Verknüpfung von Brunnenstraße und Brunnenallee im Kreuzungsbereich des „Breiten Hagen“ – und zwar so, dass die Aufenthaltsqualität steigt und zugleich die Verkehrsbelastung sinkt. Das „Scharnier“ wird von der Initiative „Aktive Kernbereich in Hessen“ inzwischen als eines von vier herausragenden Beispielen bezeichnet.

„Rückgrat“ der Stadt

Es sei ein „städtebauliches Rückgrat“ geschaffen worden: Ein auch baulich wahrnehmbares „blaues Band“ mit Alleebäumen lässt den Altstadtbereich über den Postplatz und das „Scharnier“ bis hin zum Kurbereich mit der Brunnenallee zusammenwachsen. Die Gesamtausgaben lagen bei etwa 3,6 Millionen Euro, die aus dem Programm selbst, aus dem hessischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und aus dem städtischen Haushalt flossen.

Da aber vor dem offiziellen Antrag noch der Beschluss fallen muss, da der Antrag bearbeitet und genehmigt werden muss, ist vorerst Stillstand in der Fußgängerzone. War das Ziel stets, den Bereich zwischen Thonet-Platz und dem Café Nostalgie in einem Zug zu sanieren, nimmt Heß davon inzwischen Abstand. „Ich möchte dennoch, dass wir so früh wie möglich anfangen“, betonte er: Es sollen noch Bagger rollen im Jahr 2014. Doch es geht nicht mehr darum, die gesamte Fußgängerzone schon in diesem Jahr fertigzustellen: „Ich rechne damit, dass wir den Abschnitt zwischen Thonet- und Iller-Mones-Platz noch 2014 schaffen“, sagte der Rathauschef. Der Abschnitt bis zum Café Nostalgie wäre dann 2015 anzugehen. Für die Anlieger eine Erleichterung: Sie haben wohl nicht nur weniger zu zahlen, sondern auch mehr Zeit, die Summe aufzubringen.

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