AFK im Seniorenzentrum

Gantner: "Irgendwann trifft es jeden"

Frankenberg - Über einen oft unterschätzten, aber wachsenden Wirtschaftszweig hat sich der Arbeitskreis der Wirtschaft für Kommunalfragen informiert: Pflege.

Beschäftigte sich der Frankenberger Arbeitskreis der Wirtschaft für Kommunalfragen (AFK) bei seinen bisherigen Unternehmertreffs vornehmlich mit Unternehmen des produzierenden Gewerbes, standen beim aktuellen Besuch des AFK-Mitglieds „Procon Seniorenzentrum Ederbergland“ die Themen „Demografischer Wandel“ und „Pflege im Alter“ im Vordergrund. Mehr als 40 Mitglieder des Arbeitskreises hatten sich in die Wilhelmstraße begeben, um von der Geschäftsführerin der Procon-Gruppe, Sonja Steffen, und der Direktorin des Seniorenzentrums, Claudia Fajdiga, zu erfahren, welches die Herausforderungen beim Thema „Pflege Älterer“ für die nächsten Dekaden sind.

Die Procon-Gruppe, 1980 gegründet, beschäftigt bundesweit mehr als 1500 Mitarbeiter, davon gut 100 in Frankenberg. 16 von ihnen sind Auszubildende in der Pflege, die die Ausbildung an den Pflegeschulen in Bad Arolsen und Marburg absolvieren. Das Thema Ausbildung stehe ganz oben auf ihrer Themenliste, erklärte Direktorin Fajdiga. Ein Jahr dauere die Ausbildung zum Altenpflegehelfer. Wer dann noch zwei Jahre dranhängt, sei mit bestandener Ausbildung Pflegefachkraft. „Wir versuchen, die Jugendlichen dort abzuholen, wo sie sind: an Schulen, Ausbildungsmessen und bei allen anderen Gelegenheiten. Denn der Nachwuchs ist die Grundlage für die Zukunft unseres Seniorenzentrums“, erklärte die Hauschefin. Weniger seien es die Bewohner, deren Zahl künftig ohnehin eher steigen dürfte. „Momentan haben wir 130 Bewohner im Pflegebereich und 40 im Betreuten Wohnen. Dafür brauchen wir qualifiziertes Personal“, unterstrich Fajdiga.

Viele Herausforderungen

Sonja Steffen, Geschäftsführerin der Procon-Gruppe aus Wiesbaden, war eigens zum Unternehmertreff des Frankenberger AFK angereist, um den Unternehmern einen Einblick in die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines Seniorenzentrums zu geben. „Die Herausforderungen sind vielfältig“, sagte sie. „Da ist zum einen der steigende Bedarf an Personal, aber auch der Wettbewerb mit anderen Einrichtungen nimmt zu.“ Deshalb arbeite die Procon-Gruppe an standortspezifischen Spezialisierungen des Pflegeangebots. So würden etwa Kneipp-Konzepte oder ein speziell für junge Pflegebedürftige abgestimmtes Wohn- sowie Therapieangebot in den Einrichtungen die bereits bestehenden Spezialisierungen im Bereich Demenz und Sturzprävention ergänzen. Neben diesem Aspekt liege künftig auch in der Entwicklung der Pflegesätze eine große Herausforderung. „Bei zunehmender Demenz und körperlichen Einschränkungen der Bewohner ist dies eine große Leistung, die die Pflegekräfte erbringen müssen“, betont Geschäftsführerin Steffen.

„Irgendwann trifft das Thema jeden“, resümierte Klaus Gantner, Vorsitzender des AFK, den informativen Abend. Es sei notwendig, sich rechtzeitig mit dem Thema „Leben im Alter“ zu beschäftigen.

Eine Überraschung hielt Küchenchef Frank Hammer für die AFK-Mitglieder bereit. Er servierte einen Imbiss, der die vielfältigen Ansprüche an den Speiseplan einer Senioreneinrichtung kulinarisch dokumentierte: Über allergene Kost, „Smoothfood“ für Senioren mit Schluckbeschwerden sowie kulturell angepasste Speisen war alles da; optisch ansprechend und geschmacklich überzeugend.(r)

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