Vogelkundler sichten seltenen Zwergschwan am Edersee – Bedeutendes Winterquartier

Ein Gast aus der Tundra

Wintergäste am Edersee: Vier Singschwäne und der seltene Zwergschwan (ganz vorne, 2.von rechts) ruhen auf dem Eis bei Herzhausen. Foto: Kalden

Herzhausen. Für Vogelkundler ist es eine Sensation: Am zugefrorenen Edersee bei Herzhausen entdeckten sie jetzt einen Zwergschwan. Das Tier aus der arktischen Tundra in Nordrussland besucht äußerst selten unsere Breiten.

Doch auch ohne den besonderen Gast zieht es derzeit viele Vogelfreunde an den Edersee – wegen der Singschwäne. In und um das Naturschutzgebiet Ederseeufer bei Herzhausen liegt eines ihrer Überwinterungsgebiet. Es ist das bedeutendste in Hessen.

Der Zwergschwan, der sich jetzt – quasi als sensationelle Zugabe – zu den Singschwänen gesellte, dürfte rund 3000 Kilometer Flugstrecke von der arktischen Tundra, seinem Brutbereich, bis zum Edersee hinter sich gebracht haben. Seit 1972 wurden Zwergschwäne bisher nur siebenmal im Landkreis Waldeck-Frankenberg angetroffen, meist einzeln. Nur im März 1979 rasteten vier Tage lang sogar einmal drei Zwergschwäne in der Ederaue bei Allendorf-Haine.

Man muss schon genau hinschauen, um den etwas kleineren Zwergschwan am Schnabel von den größeren Singschwänen unterscheiden zu können. Beide besitzen gelbe Schnäbel mit einer schwarzen Spitze. Der Zwergschwan weist ein ausgedehnteres Schwarz an der Schnabelspitze auf.

Anders als diese beiden Wintergäste sind die zutraulichen Höckerschwäne mit ihren orangefarbenen Schnäbeln und dem schwarzen Höcker an der Schnabelbasis ganzjährige auf der Eder und dem Edersee anzutreffen.

Die majestätisch wirkenden Wildschwäne finden ihr Winterquartier jährlich ohne Landkarte, Wegweiser oder Navigationsgerät stets punktgenau nach einem langen Flug wieder.

Für die Erhaltung dieser und auch anderer Arten ist nicht nur der Schutz ihrer Brutgebiete von Bedeutung, sondern auch das Angebot geeigneter Rast- und Überwinterungsquartiere. Der Edersee bei Herzhausen ist ein solches, nicht nur für die Singschwäne und den Zwergschwan.

Von Gerhard Kalden

Quelle: HNA

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