Museumstag im Frankenberger Land

Gebrochen, geschwungen, gehechelt

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Louis hat gestern beim Museumstag in Geismar gelernt, wie er Flachs brechen, schwingen und hecheln muss, bis daraus feine Fäden werden, aus denen am Spinnrad Garn gemacht werden kann.Foto: Patricia Kutsch

Frankenberg-Geismar - Vom Anbau bis zum fertigen Leinen - wie aus Flachs feines Tuch hergestellt wird, zeigten die Mitglieder des Geismarer Heimat- und Kulturvereins am Sonntag beim Museumstag.

Neugierig schaut Louis zu, wie Margret Scholl bündelweise Flachs in die Breche legt. In dem Holzgerät bricht sie den Flachs - kleine Holzstückchen verteilen sich unter der Breche und der Flachs wird nachgiebiger. Dann will der Junge es selbst ausprobieren und bricht ein Bündel Flachs mehrfach auf dem Arbeitsgerät. Ganz genau macht er dabei die Arbeitsschritte nach, die Scholl ihm zuvor gezeigt hat.

Nach dem Brechen gibt Louis das Bündel weiter an Margit Bamberger. Sie sitzt an der Schwinge. Dort schlägt sie das restliche Holz sorgfältig aus dem Flachs heraus. Als Nächster ist Helmut Scholl an der Reihe: In seinen Händen wird der Flachs fein und geschmeidig - er zieht es durch die Hechel.

Für den weichen Flachs geht es dann in das Obergeschoss des Geismarer Museums: Dort wird auf dem Spinnrad der Faden gefertigt, der direkt danach auf dem Webstuhl zu Leinen verwoben wird.

Diese Arbeitsschritte konnten die Besucher gestern beim Museumstag in Geismar kennenlernen und auch selbst ausprobieren. Auch über den Anbau und die Ernte von Flachs hat das Team des Heimat- und Kulturvereins in und um das Museum herum informiert. Dabei blieb es nicht beim Flachs: Auch über den Kupfer- und Silberbergbau, den es in der Geschichte Geismars gab, informierte der Verein die Besucher.

Zum Ausprobieren gab es für die Kinder einen Kriechtunnel, in dem sie sich wie ein echter Bergmann fühlen konnten. - Das Museum ist erst seit einem Jahr fertig, berichtete die Vorsitzende Margret Scholl. Deswegen nahm der Verein erstmals beim Museumstag teil. „Das war keine verkehrte Entscheidung. Wir hatten sehr viele Besucher“, urteilte Scholl zufrieden.

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