Beim Landfrauenverein

Gebürtige Görlitzerin Barbara Kalide stellte DDR-Gerichte vor

Alle Hände voll zu tun: Die gebürtige Görlitzerin Barbara Kalide (zweite von links) kochte für die Hauberner Landfrauen typische DDR-Gerichte – hier mit (von links) Gitta Mütze, Bianca Born, Heike Eckel und Heidrun Scholl.

Haubern. Jägerschnitzel aus Jagdwurst oder Clic-Torte mit Getränkepulver: Not macht erfinderisch – Kreativität war erforderlich, wie Barbara Kalide den Landfrauen zeigte.

Mit welchen Tricks die Bewohner der ehemaligen DDR ihren Speiseplan aufgepeppt haben, demonstrierte die 61-jährige, die seit 1989 mit ihrer Familie in Haubern wohnt, jetzt bei einem Koch-Abend im örtlichen Landfrauenverein, wo sie ihren Vereinskolleginnen einige typische DDR-Gerichte servierte.

Schon die Suppe kam sehr gut an bei den Frauen: „Die ist wirklich sehr lecker. Da haste gut gekocht, Barbara“, lobten sie, während sie die heiße „Soljanka“ löffelten.

„Soljanka ist eigentlich ein russisches Gericht, das wurde sehr viel in der DDR gekocht“, berichtete Barbara Kalide im Gespräch mit der HNA. „Bei der Suppe konnte man kreativ sein und alles mögliche hineintun.“ Auch zum Reste verwerten eigne sie sich hervorragend. „Da man nur wenig in den Läden kaufen konnte, hatte jeder von uns einen kleinen Schrebergarten, in dem er Obst und Gemüse anbaute. Ich habe auch immer viel eingeweckt.“

Fleisch habe man nur selten kaufen können. „In den 70er-Jahren ist man manchmal zum Metzger gekommen und der hatte nix – nur ein bisschen Wurst vielleicht“, erinnert sich die ausgebildete Zahnarzthelferin. Die Hauberner Landfrauen staunten daher nicht schlecht, als sich der als Jägerschnitzel angekündigte zweite Gang als panierte Jagdwurst entpuppte.

„Es kann natürlich sein, dass eure Männer ein bisschen ,sparsam‘ gucken, wenn ihr ihnen das anstelle von Jägerschnitzel vorsetzt“, meinte Barbara Kalide schmunzelnd. Ihr Mann liebe das Gericht aber immer noch, und zu Hause serviere sie dazu gern Kartoffelbrei und Sauerkraut.

Was es mit „Kuba-Orangen“, „Bück-Dich-Ware“ und den ersten Eindrücken von Barbara Kalide bei ihrer Ankunft in West-Deutschland 1989 auf sich hat, lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine oder im ePaper.

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