Krippenspiel in Haubern

Die Geburt Christi - damals und heute

+
Vor einer Kulisse des Frankenauer Malers Christian Scheerer spielten die Hauberner Darsteller mit einem leise ironischen Augenzwinkern ein Krippenspiel auf zwei Zeitebenen.

Frankenberg-Haubern - Nicht Maria und Josef, sondern drei Wirte standen am Sonntagabend im Mittelpunkt beim Krippenspiel in der Hauberner Kulturscheune. Wegen großen Andrangs musste das sogar zweimal aufgeführt werden.

Gleich zwei Aufführungen waren nötig, so groß war der Andrang gestern Abend an der Kulturscheune zu Haubern. Die rund 130 Plätze waren schnell besetzt, viele Familien warteten draußen auf die zweite Aufführung, das Heimatmuseum musste eigens öffnen, damit niemand im Regen stehen blieb. Das Hauberner Krippenspiel stieß auf ein überwältigendes Interesse.

Die 18 Akteure lieferten mit ihrem Spiel auf zwei Zeitebenen eine perfekte Einstimmung auf den heutigen Heiligabend. In den Hauptrollen der drei Wirte vor ihren Herbergen begeisterten Monika Mütze, Alfred Tripp und Volker Zimmermann. Sie stellten den Zuschauern in der Rolle der Erzähler die Weihnachtsgeschichte vor und befanden sich gleichzeitig mitten im Geschehen. Mit gemeinsam gesungenen bekannten Weihnachtsliedern wurden die einzelnen Szenen eingeleitet. Mitglieder der Hauberner Gitarrengruppe begleiteten musikalisch.

Spiel mit etwas Ironie

„Alle Jahre wieder“ erklang zum Einmarsch von Maria und Josef, dargestellt von Heidi Bo­the und Jürgen Naumann. Wie zu erwarten waren alle Herbergen in der kleinen Stadt Bethlehem belegt. Tamara Paar-Hochgrebe hatte als Ausrufer zuvor den Erlass zur Volkszählung verkündet. Nachdem Maria und Josef schließlich im Stall eine Bleibe gefunden hatten, kamen die Hirten Holger Pärnt, Katharina Wagner, Renate Tripp und Monika Naumann mit dem Lied „Kommet ihr Hirten“ auf die Bühne. Nicole Nolte verkündete als Engel die Nachricht von der Geburt Jesu von oben. Mit „Stille Nacht“ zogen die Hirten in den Stall ein. Guido Berghöfer, Caroline Engel und Nicole Arbter erschienen als Heilige Drei Könige.

Zurück in der Gegenwart diskutierten vier Jugendliche aus dem Publikum mit den Wirten über die heutige Bedeutung der Weihnachtsbotschaft: Joshua Mütze, Viktoria Pärnt, Frederik Naumann und Johannes Bremmer äußerten ihre Meinung: „Ich hätte Jesus in mein Haus eingeladen.“ Das könne jeder auch über 2000 Jahre später jederzeit tun, betonte Monika Mütze.

Idee von Holger Pärnt

Nach dem gemeinsamen Abschlusslied „Oh du fröhliche“ ernteten die Hauberner Laienschauspieler großen Applaus. Das Krippenspiel in der Kulturscheune geht auf eine Idee von Holger Pärnt zurück. Schon bei den Proben in den vergangenen zwei Monaten hatten die 18 Akteure viel Spaß - das zeigte auch ihr Spiel am Sonntagabend. Drei Hauberner Männer ließen sich für ihre Rolle sogar Bärte wachsen.

Die Kulissen auf Pappkarton hatte der Frankenauer Maler Christian Scheerer entworfen und mit Pinsel und Farbe umgesetzt. Esel und Kuh wirkten so echt, dass lebende Tiere kaum vermisst wurden. Die Kulturscheune lieferte den passenden Rahmen für die Aufführung. Pfarrerin Katharina Wagner hatte die Besucher begrüßt und freute sich über die große Resonanz.

Der Erlös aus dem Getränkeverkauf kommt der Frankenberger Tafel zugute.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare