Auszeichnung für jungen Taubenfüchter

Geerbte Begeisterung für Flugkünstler

Frankenberg-Röddenau - Der "Virus" steckt schon seit der Kindheit in ihm: Bei der deutschen Brieftaubenschau in Dortmund hat der Röddenauer Christian Korzeniewsky jetzt seinen bislang größten Erfolg erzielt.

Mit drei ersten Preisen war der 21-jährige Röddenauer Christian Korzeniewsky erfolgreichstes Aussteller in der Jugendklasse bei der deutschen Brieftaubenschau. Sieben Tiere hatte er in Dortmund gemeldet, vier kamen in die Platzierung, sodass Korzeniewsky mit wertvollen Sachpreisen vom Akkuschrauber bis zur Dartscheibe nach Hause kam.

Besonders stolz ist er auf seinen blauen Vogel mit der Ringnummer 227, der auch in den beiden vorangegangenen Jahren auf Bundesebene platziert war. Seit 2010 stellt Korzeniewsky seine Tauben regelmäßig auf Bundesebene aus. Bewertet wird die Schönheit der Tiere, von Auge und Kopf über Knochenbau, Muskulatur und Gefiederqualität. Dass die Tauben des Jungzüchters nicht nur Standardansprüchen genügen, sondern auch schnelle Flieger sind, bewiesen sie bereits in den Sommermonaten: In der Frankenberger Reisevereinigung stellte er bei zwei Wettflügen die schnellste Taube und errang bei den Jungtierflügen den vierten Platz in der Reisevereinigungsmeisterschaft.

Schlag stammt vom Opa

Seit Kindesbeinen ist der Holzmechaniker mit Brieftauben vertraut. Opa Erhard, der vor mehr als 50 Jahren in der Frankenberger Altstadt mit dem Brieftaubensport begann, führte ihn an die Tiere heran. Vor acht Jahren übernahm Enkel Christian die luftigen Taubenschläge in der Scheune und kümmert sich heute beinahe allein um 80 Tiere im Winter. „Der Virus steckt einfach in mir drin“, erzählt er von seinem abwechslungsreichen Hobby. Während er in den Wintermonaten Ausstellungen besucht, sind im Sommer die Wettflüge eine große Faszination. „Wenn die Tauben bei der Rückkehr hoch oben aus dem Himmel fallen, das ist einfach das Schönste“, beschreibt der junge Taubenzüchter seine Motivation. Er bedauert, dass sich heute nur noch wenige Jugendliche mit Brieftauben beschäftigen. „Für viele ist der Taubensport nicht mehr zeitgemäß, Computer und Technik sind einfach mehr gefragt“, versucht er eine Erklärung. Die tägliche Versorgung der Tiere und die insgesamt 19 Wettflüge an den Wochenenden im Sommer verlangen Verantwortung und Pflichtbewusstsein. Für Christian Korzeniewsky ist es ein willkommener Ausgleich zum Alltag. Nach der Arbeit geht er meist zuerst auf den Taubenschlag.

In wenigen Wochen will er die derzeit getrennten Tiere verpaaren. Im Frühjahr sollen dann die Jungtauben schlüpfen, bevor Ende April die Partner wieder getrennt werden müssen. In der Reisezeit fliegen die Tauben nach der Witwerschaftsmethode.

Zusammenschluss geplant

Der Röddenauer Verein „Ederblitz“ reist 2014 in der Reisevereinigung Ederberg- und Sauerland in Südost-Richtung. Für 2015 ist der Zusammenschluss mit den Reisevereinigungen aus Frankenberg und Burgwald geplant, da immer weniger Züchter aktiv am Reisegeschehen teilnehmen. An der deutschen Brieftaubenausstellung in Dortmund beteiligten sich auch zwei weitere Züchter aus Allendorf und Röddenau.

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