Vortrag der GfW

Gefahr für Unternehmen lauert nicht nur im Netz

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Der Verfassungsschutz kämpft auch gegen ausländische Dienste, die Firmenwissen stehlen wollen.Archivfoto: dpa

Frankenberg - Spionage ist mehr als Schlapphut und Fernrohr: Wie ausländische Geheimdienste heimische Unternehmen bedrohen, zeigte sich bei der jüngsten Veranstaltung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik.

Die Gefahr lauert in Netzwerken, in Form von Mitarbeitern, Joint Ventures oder ausländischen Besuchergruppen an einem Produktionsstandort: Jährlich verursacht Wirtschaftsspionage in Deutschland Schaden in Milliardenhöhe.

Udo Schauff, beim Bundesamt für Verfassungsschutz für die Abwehr von Wirtschaftsspionage tätig, zeigte am Mittwochabend im Burgwaldkasino eindrucksvoll, wie viel Energie ausländische Dienste aufbringen, um an deutsches Wissen zu gelangen. „Deutschland lebt von Innovation, Ideenreichtum und einer raschen Umsetzung in Marktreife Produkte“, sagte er. Ziel der Spione sei es, diesen technologischen und zeitlichen Vorteil auszuschalten. Trotz der vielseitigen Spionage-Vorwürfe: „Hauptangreifer in diesem Feld bleiben Russland und China“, sagte er.

Mit beeindruckender Mannstärke widmeten sich diese Länder der Spionage: In China etwa würden 800.000 Menschen allein für das Ministerium für Staatssicherheit arbeiten – als nur einer von vielen Geheimdiensten. „Wir haben etwa 13.000 Mann – aber wir sind gut“, sagte Schauff mit Blick auf die drei Deutschen Geheimdienste. Dass diese selbst Wirtschaftsspionage betrieben, stritt er ab. So bleibe mehr Kapazität für die Abwehr – und die ist nach seinen Ausführungen nötig.

Schauff schilderte in spanenden Beispielen eindringlich, wie über Tarnunternehmen, Botschaften oder vermeintliche Studenten oder Wissenschaftler stetig versucht werde, Wissen aus dem Land zu bringen. So seien etwa täglich „tausende Wirtschaftsdelegationen“ in Deutschland unterwegs – die meisten rein geschäftlich. Doch immer wieder gäbe es Fälle, wo ein Besucher auf die Toilette müsse – und plötzlich in der Produktion oder mit einem USB-Stick im Serverraum stehe.

Mehr über den Vortrag lesen Sie am Freitag in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung oder in unserem E-Paper.

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