Battenberg: "Hochwertiges Angebot wäre gefährdet"

Gegen Verbundschule mit Allendorf

An der Gesamtschule in Battenberg wird ein Verbund mit der Allendorfer Schule als unrealistisch eingestuft.Foto: Mark Adel

Battenberg - Leitung und Elternbeirat der Gesamtschule haben sich gegen eine Verbundschule ausgesprochen. Für eine Oberstufe in Battenberg seien Vorgaben des Landes nicht erfüllt.

Der Schulentwicklungsplan des Landkreises sieht die gymnasiale Oberstufe in Battenberg lediglich als Option vor. Eine Verbundschule spielt darin keine Rolle: Sie war ebenso wie die Oberstufe in Battenberg vom Allendorfer Gemeindeparlament in seiner Stellungnahme angeregt worden.

Doch eine Verbundschule­ würde das „qualitativ hochwertige schulische Angebot im oberen Edertal“ schwächen, ist der kommissarische Leiter der Gesamtschule, Reinhold Gaß, überzeugt. „Eine Auslagerung von Klassen an einen anderen Schulstandort führt zwangsläufig dazu, dass dieses vielfältige Bildungsangebot für den gesamten Einzugsbereich der Schule nicht mehr aufrechterhalten werden kann.“

Die Battenberger Gesamtschule sei eine kooperative Gesamtschule, erläuterte das Schulleitungsteam. Dies sei eine­ eigenständige Schulform. „Die kooperative Gesamtschule Battenberg ist dadurch gekennzeichnet, den Schülerinnen der gesamten Region ein attraktives Angebot zu unterbreiten“, sagte Gaß. Die Wahlpflichtfächer, das offene Ganztagsangebot oder die Schwerpunkte Musik und neue Medien seien nicht mehr im bisherigen Maße leistbar, wenn die Mittelstufe auf zwei Standorte aufgeteilt werde, ergänzte Sabine Rossmeisl, Leiterin des Gymnasialzweigs. „Es geht uns darum, dass das attraktive Angebot erhalten bleibt“, bestätigte Cornelia Muth-Heldmann, die den Hauptschulzweig und die Bläserklassen leitet.

Gegen eine gymnasiale Oberstufe hat das Schulleitungsteam zwar nichts einzuwenden. Doch um ein breites Angebot, beispielsweise mit Leistungskursen in verschiedenen Fächern, anbieten zu können, müssten die Schülerzahlen ausreichend sein. Und die werden in den nächsten Jahren nachlassen: Dieses Jahr besteht die Jahrgangsstufe fünf voraussichtlich aus 54 Schülern, für das Schuljahr 2017/18 werden 43 prognostiziert. Nur noch die Jahrgangsstufe sieben würde dann noch die Zahl 50 erreichen.

Das hessische Schulgesetz sehe auf Dauer aber mindestens 50 Schüler je Jahrgang vor, um eine gymnasiale Oberstufe einzurichten. „Die Option auf Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe wurde bereits in einem früheren Schulentwicklungsplan aufgenommen und ist somit nicht neu“, sagte Reinhold Gaß. Die stellvertretende Vorsitzende des Schulelternbeirats, Anja Henkel, unterstützte die Position der Schulleitung.

Nach Mitteilung von Bürgermeister Heinfried Horsel hatte Landrat Dr. Reinhard Kubat ihm mitgeteilt, dass eine Verbundschule in den Plänen des Landkreises keine Rolle spiele.

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