Kirchenkreis Frankenberg verabschiedet am Sonntag Bezirkskantorin Irene Tripp

Sie geht vom Dirigentenpult

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Viele hundert Sänger: Dass ihre Liebe zur Kirchenmusik reife Früchte getragen hat, wird sichtbar, wenn Irene Tripp die Chöre des Kirchenkreises wie hier in der Liebfrauenkirche zu einem großen Chorensemble vereinigt.

Frankenberg. Als Irene Tripp 2008 ihren angekündigten vorzeitigen Ruhestand verschob, um noch einmal fünf Jahre als Bezirkskantorin im evangelischen Kirchenkreis Frankenberg bis zur Erreichung der Altersgrenze weiter zu arbeiten, gab es Freude und spontane Umarmungen in ihren Kirchenchören.

Doch nun geht auch diese Zeit zu Ende: Am kommenden Sonntag, 11. August, dem Tag ihres 65. Geburtstags, wird die beliebte Kantorin in einem Gottesdienst mit Dekanin Petra Hegmann ab 14 Uhr in der Liebfrauenkirche verabschiedet.

So kennen sie alle: Sie steht auf einem Dirigentenpult und dirigiert ein paar hundert Sänger bei großen Chortreffen, Konzerten oder beim Himmelfahrtsgottesdienst an der Quernst-Kapelle, sie ist auch im Winter bei Eis und Schnee abends unterwegs zu ihrem Singkreis in Rengershausen, nachmittags sitzt sie mit Orgelschülern in ihrer Wohnung am Klavier, manchmal auch auf der Orgelbank in kalten, ungeheizten Kirchen - 41 Jahren lang sorgte Irene Tripp mit Zuverlässigkeit und viel Schwung als Bezirkskantorin für eine „stabile, blühende Kirchenmusiklandschaft“ im Frankenberger Land, wie es der frühere Landeskirchenmusikdirektor Martin Bartsch einmal ausgedrückt hat.

Gefeierte Solistin: Gemeinsam mit Kirchenmusikdirektor Martin Bartsch wirkte Irene Tripp in vielen großen Konzerten mit.

Ihre vielen hundert Einsätze und Auftritte als Chorleiterin, Organistin und begabte Sopranistin hat sie nie gezählt - wohl aber die fast 100 Lehrgänge und 62 Kurzlehrgänge, die sie als Dozentin an der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte Schlüchtern gab. Sie versah ihren Dienst neben drei Kantoren an der Liebfrauenkirche, arbeitete zusammen mit 70 Pfarrern, vier Dekanen, vier Bischöfen sowie vier Landes-Kirchenmusikdirektoren. „Und die Zusammenarbeit mit den Pfarrern war bis auf wenige Ausnahmen immer sehr gut“, ist sie rückblickend froh.

Seit 1972 in Frankenberg

Mit zwei Koffern war die Studentin von der Kirchenmusikschule Herford im Oktober 1972 in Frankenberg angekommen, Freunde und Nachbarn halfen, insbesondere Kantor Martin Naumann, der die Einrichtung der Bezirkskantorenstelle im Kirchenkreis Frankenberg angeregt hatte. Aus der zunächst halben Stelle wurde im Frühjahr 1973 nach ihrem B-Examen in Herford eine Vollbeschäftigung. „Ich hatte gleich Orgel- und Klavierschüler, manchmal 30 pro Woche, Chöre und Kinderchöre“, erinnert sich die 64-jährige Kirchenmusikerin heute.

Stolz ist Irene Tripp darauf, dass einige ihrer begabten Schüler inzwischen selbst zu studierten Kirchenmusikern geworden sind, vor allem aber auch als nebenberufliche Organisten im Kirchenkreis über Jahrzehnte ihren Dienst versehen. Derzeit leitet sie, teilweise schon seit mehr als 35 Jahren, die Kirchenchöre von Haubern, Löhlbach, Rengershausen, Vöhl und Ernsthausen. Sie und weitere Chöre werden bei ihrem Abschiedsgottesdienst am 11. August dabei sein und noch einmal mit Irene Tripp gemeinsam singen.

Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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