Betriebsräte in heimischen Unternehmen: Beschäftigung trotz Krise weitgehend stabil

Es geht langsam aufwärts

Gleiches Geld für gleiche Arbeit: Das fordern die Betriebsräte (von links) Willi Naumann (Hettich), IG Metall-Sekretär Bernd Löffler, Klaus-Peter Schrader und Bernd Emmel (Günther Heißkanaltechnik), Friedhelm Böcking (Firma Osborn), Hermann Müller (Firma Osborn), Erich Battenfeld (Hasenclever), Hermann Müller (Thonet) und Ibrahim Karaboga (Hasenclever). Foto:  mjx

Frankenberg. Mit der Wirtschaft in Waldeck-Frankenberg geht es wieder aufwärts. „Bei den meisten Unternehmen verspüren wir einen Aufschwung“, sagte jetzt Bernd Löffler, Sekretär der Industriegewerkschaft Metall Nordhessen, während einer Zusammenkunft von heimischen Betriebsräten in Frankenberg. Trotz Finanzkrise und schwieriger Zeiten sei es gelungen, die Beschäftigung zu halten.

„Die Zahl der Beschäftigten steigt, die Arbeitslosenzahlen in Waldeck-Frankenberg gehen zurück und auch die Kurzarbeit wird in den meisten Betrieben ausgesetzt“, sagte der Gewerkschaftssekretär, nachdem bis zum Beginn dieser Woche die Betriebsratswahlen in der Region Frankenberg über die Bühne gegangen sind. In Waldeck-Frankenberg hat die IG Metall derzeit rund 4200 Mitglieder.

„Bei den Unternehmen sind wir jetzt bestrebt, ein Mehr an regulären Arbeitsplätzen zu bekommen“, kündigte Löffler an – wobei er anmerkte, dass die Leiharbeit in ganz Deutschland bereits wieder zunehme. Sei die Anzahl der Leiharbeiter in der Krise von 800 000 auf eine halbe Million zurückgegangen, sei diese Zahl bundesweit inzwischen schon wieder auf 680 000 angestiegen. Die Prognose des Gewerkschaftssekretärs: „In zwei Jahren haben wir zwei Millionen Leiharbeiter.“ Von den Betriebsräten forderte er daher, die Leiharbeit in den Betrieben aufzuhalten: „Gleiche Arbeit – gleiches Geld“, laute daher die Aktion der IG Metall.

„Leiharbeit regeln“

„Auf europäischer Ebene gibt es bereits Begrenzungen für die Leiharbeit“, sagte Löffler. In Deutschland seien solche Gesetze aber noch nicht geschaffen worden. „Wir wollen dafür sorgen, dass in Deutschland Regelungen geschaffen werden, die die Ungleichbehandlung von Leiharbeitern verhindern.“ Zufrieden äußerte sich Löffler über die Betriebsratswahlen: „Von den 70 neu gewählten Betriebsräten gehören 61 der IG Metall an“, berichtete Löffler – das sind fünf Prozent mehr als bei den Wahlen 2006.

„Leicht optimistisch“ schauten die Betriebsräte in die Zukunft. Bei Hettich seien die durch die Krise angedachten personellen Maßnahmen „auf Null“ zurückgefahren worden, berichtete Betriebsrat Willi Naumann – auch weil der Auftragseingang wieder gestiegen sei. Ab 2011 sollen alle Hettich-Auszubildenden sogar unbefristet übernommen werden. Hasenclever ist laut Betriebsrat Erich Battenfeld am Dienstag aus der Kurzarbeit gegangen – und auch Osborn arbeitet sich laut Friedrich Böcking „langsam aus der Kurzarbeit heraus“. Auch bei Günther Heißkanaltechnik geht es wieder aufwärts, Kurzarbeit gibt es aber noch bei Thonet.

Löffler: „Es sieht so aus, dass wir von weiteren Kurzarbeitsphasen verschont bleiben.“ Allerdings müsse man die Entwicklung weiter beoabchten – „auch wie sich die Euro-Krise auswirkt“. (mjx)

Quelle: HNA

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