Riedgraben und Elbrighäuser Bach sollen mit 700.000 Euro aus Fördermitteln aufgewertet werden

Geld für Renaturierung der Eder

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Im Bereich des Riedgrabens bei Dodenau sollen für elf Projekte rund 397 000 Euro investiert werden, damit die europäische Wasser-rahmenrichtlinie erfüllt wird.Foto: Archiv

Battenberg - Die Eder ist der Lebensraum einer einzigartigen Tierwelt und diese gilt es zu schützen. Das soll unter anderem durch den Rückbau der Querbauwerke geschehen. Der Nutzen der möglichen Projekte stieß in der Versammlung des Battenberger Haupt- und Finanzausschusses allerdings auch auf Kritik.

„Die Eder ist eines der wertvollsten Wassersysteme in Hessen“, sagte Thomas Schmidt von der Gesellschaft für Wasserwirtschaft, Gewässerökologie & Umweltplanung (WAGU) aus Kassel. Es gebe aber strukturelle Defizite. Im Rahmen einer Sitzung des Battenberger Haupt- und Finanzausschusses stellte er Möglichkeiten vor, wie der Lebensraum einer „einzigartigen Tierwelt“ entlang des Flusses weiter verbessert werden kann. Vieles sei schon gemacht worden, berichtete Schmidt. Um die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtline voran zu treiben, seien allerdings weitere Arbeiten erforderlich.

Dafür sollen rund 700.000 Euro investiert werden, diese könnten bei frühzeitiger Beteiligung zu 100 Prozent aus Fördertöpfen kommen. Das Geld soll zum einen für den Rückbau sogenannter Querbauwerke investiert werden, die den Wanderweg der Fische beeinträchtigen. Zum anderen sollen die Uferrandstreifen geschützt werden.

Betroffen sind vor allem der Bereich Riedgraben sowie der Elbrighäuser Bach. Am Riedgraben sollen rund 397.000 Euro für elf Projekte investiert werden. 13 Vorschläge der WAGU betreffen den Elbrighäuser Bach. Die Kosten dafür würden sich auf rund 300.000 Euro belaufen.

Die strukturellen Defizite seien häufig erst auf den zweiten Blick zu erkennen, berichtete Schmidt, was die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses der Bergstadt dazu veranlasste, über die Notwendigkeit der vorgeschlagenen Projekte zu diskutieren. „Sind das alles Sachen die wir machen müssen?“, wollte Matthias Vetter (FDP) wissen.

Schmidt stellte klar, dass insgesamt 24 Projekte, die zur Entfernung der Querbauwerke dienen, in jedem Fall erforderlich sind. Ein bisschen „weicher“ seien die strukturverbessernden Maßnahmen. Diese könnten sich – da es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Kommunen Allendorf, Battenberg, Bromskirchen und Hatzfeld handele – auch an anderer Stelle umgesetzt werden.

„Wir haben einen Topf, in dem noch Honig drin ist“ Bürgermeister Christian Klein sprach sich für die Umsetzung aus.: „Es gibt die Richtlinie und die müssen wir umsetzen. Wir haben einen Topf, in dem noch Honig drin ist. Ich fände es ganz fatal, wenn wir hinterher Maßnahmen selbst bezahlen müssten, weil schon andere am Honigtopf waren.“

Ähnlich sah es Heinz-Günther Schneider (SPD): „Es besteht die Möglichkeit, eine Hundertprozentförderung zu bekommen“, sagte er. „Wir sollten jetzt auch den zweiten Schritt tun“, forderte Schneider und erinnerte daran, dass die Gebiete vor 20 Jahren zum Naturschutzgebiet erklärt wurden. Damals seien die Gebiete von Landwirten aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen gepachtet worden, die die Gülleverordnung umgehen wollten. „Es kostet letztendlich den städtischen Haushalt kein Geld“, sprach sich Schneider für die Umsetzung aus.(ste)

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