LEDs für die Stadt Gemünden

Geld sparen mit moderner Lichttechnik

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Bürgermeister Frank Gleim und EGF-Geschäftsführer Karl-Heinz Schleiter (rechts) installieren in der Straße „Am Holzbach“ eine von knapp 300 modernen LED-Lampen, die Gemünden künftig nachts erhellen.

Gemünden - Jeder, der schon einmal eine moderne LED-Lampe für daheim gekauft hat weiß: Das High-Tech-Licht ist teuer. Und dennoch rechnet sich die Investition irgendwann - die Stadt Gemünden rechnet mit fünf Jahren. Deshalb rüstet sie ihre Straßenbeleuchtung komplett um.

Leicht schwankt der Korb des Steigers der Energie-Gesellschaft Frankenberg (EFG) rund fünf Meter über der Straße „Am Holzbach“ in Gemünden. Der Korb nähert sich einem Laternenmast – einem geköpften. Die alte, staubige Laterne, die jahrelang für Licht in dem Wohngebiet gesorgt hat, liegt am Boden. Bürgermeister Frank Gleim und EGF-Geschäftsführer Karl-Heinz Schleiter heben einen neuen Kopf auf den Mast – kleiner, schicker, moderner als der alte, und auf lange Sicht: billiger.

Der Lampenkopf ist eines von 285 mit modernster LED-Technik ausgerüsteten Exemplaren. In den nächsten Tagen sollen alle Masten in der Kernstadt und auch den Stadtteilen umgerüstet werden. Straßenleuchten an Landes- oder Kreisstraßen erhalten hingegen als Leuchtmittel Natriumdampflampen, der besseren Lichtausbeute wegen. Insgesamt lässt die Stadt 420 Straßenlaternen erneuern, 70 hat sie bereits in den vergangenen Jahren in Eigenregie modernisiert.

Als Partner hat Gemünden die beiden Unternehmen EGF und Eon-Mitte im Boot: Die Eon hatte nach dem einstimmigen Parlamentsbeschluss für eine Modernisierung aller Straßenlaternen die entsprechende Ausschreibung gewonnen. Die EGF als Konzessionsnehmer der Stadt sorgt sich technisch um die Umrüstung und ist dann auch der Stromlieferant, wenn alle neuen Köpfe installiert sind.

13 000 Euro im Jahr gespart

Frank Gleim, früher einmal selbst für einen Stromversorger tätig, ist überzeugt vom Umrüsten: „Die Stadt Gemünden spart so im Jahr etwa 70 000 Kilowattstunden ein“, erklärt er. Das entspreche etwa 35 Tonnen Kohlendioxid – oder auch: rund 13 000 Euro. „Wir leisten eine Einmalzahlung von gut 30 000 Euro“, verweist Gleim auf das Finanzierungsmodell. Denn die Kommune geht nicht für die gesamten 100 000 Euro, die für die Modernisierung nötig sind, in Vorleistung. Den größten Teil zahlt die Stadt in den nächsten fünf Jahren über ein Darlehensmodell an den Auftragnehmer, die Eon-Mitte. Das Geld soll weitgehend aus den Einsparungen stammen – ist also haushaltsneutral. „Und danach wird die Einsparung richtig wirksam“, freut sich Gleim – kein Wunder, dass die Umrüstung der Straßenlaternen auch im Haushaltskonsolidierungskonzept auftaucht.

Doch die Lampen wirken nicht nur auf den Haushalt, sondern auch auf das Stadtbild: Einerseits sehen die Köpfe der Laternen deutlich schmaler, kürzer und eleganter aus. Andererseits ändert sich durch die Umstellung vom Quecksilberdampf- auf Natriumdampf- und LED-Lampen auch das Licht, mit dem die Gemündener Straßen des Nachts erhellt werden. Marcus Hief, Leiter der für Gemünden zuständigen Netzregion Dillenburg/Biedenkopf bei Eon-Mitte, gibt jedoch vorsorglich Entwarnung: „Das Beleuchtungsniveau steigt insgesamt“, sagt er. Möglich sei, dass Anfangs einige Anwohner irritiert seien – insbesondere deshalb, weil die LED-Lampen und die Natriumdampflampen eine unterschiedliche Lichtfarbe abstrahlen. Letztere sind deutlich gelber, als es die Gemündener von ihrer derzeitigen Straßenbeleuchtung gewohnt sind.

„Richtiger Zeitpunkt“

Karl-Heinz Schleiter vom Frankenberger Energieversorger erläutert die Bedeutung einer modernen Lichttechnik: „Alleine die Erneuerbare-Energien-Umlage hat eine bedeutende Auswirkung auf die Energiepreise“, sagt er. Das mache den Entschluss der Gemündener Stadtverordneten, das Thema jetzt anzugehen, „noch vernünftiger“. Die Preise für Strom würden seiner Ansicht nach auch weiter steigen – die Ersparnis durch die neuen Lampen wäre dann zumindest rechnerisch eine noch größere.

Es sei folglich „jetzt der richtige Zeitpunkt“, den Entschluss des Parlaments umzusetzen“, zieht Gleim sein Fazit – und berichtet: „In persönlichen Gesprächen mit den Bürgern habe ich bislang nur Positives gehört.“ Gäbe es doch mal einen Grund zur Klage – so weiß er etwa, dass einige vormals dauerhaft leuchtende Laternen um Mitternacht ausgehen – würde ein Anruf bei der Stadt genügen.

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