26-Jähriger wegen Körperverletzung verurteilt – Junge Frau verhindert Schlimmeres

Geldbuße nach Glaswurf

Frankenberg. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung bei verminderter Schuldfähigkeit hat das Frankenberger Amtsgericht am Montag einen 26 Jahre alten Mann zu einer Geldstrafe von 1750 Euro (70 Tagessätze zu je 25 Euro) verurteilt.

Nach der Vernehmung von drei Zeugen sah es Richterin Andrea Hülshorst als erwiesen, dass der Angeklagte in der Nacht zum 6. Juni 2010 auf einem Feuerwehrfest unter Alkoholeinfluss ein Bierglas nach einem 36-Jährigen warf und ihn schwer an der Stirn verletzte. Bereits im Vorfeld hatte der Angeklagte aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg das Opfer verbal beleidigt und Streit gesucht. Wörtlich habe er gesagt: „Verpiss dich!“

Das Opfer ging auf die Aggressivität des Täters nicht ein und versuchte ihn zu beschwichtigen, in dem er ihm riet: „Halt mal den Ball flach“, und sich von dem Angeklagten entfernte. Doch dieser gab keine Ruhe. Laut Zeugenaussagen rief der Angeklagte den Namen des Opfers, worauf dieser sich umdrehte. „Na, und dann hat er aus fünf Meter Entfernung ein Bierglas geworfen“, schilderte der Zeuge. Haarscharf verfehlte das Bierglas (Größe 0,2) das Auge des Opfers und der Mann ging zu Boden. „Ich hatte ab diesem Zeitpunkt kein Bewusstsein mehr. Erst als man mich nach draußen zum Krankenwagen barchte, kam ich wieder zur Besinnung,“ erinnerte sich das Opfer, das eine vier Zentimeter lange Narbe davon trug.

Auch der Täter gab an, einen „kompletten Filmriss“ für diesem Abend gehabt zu haben. „Ich erfuhr erst am nächsten Morgen davon, was passiert war. Meine Mutter und meine Freundin erzählten es mir,“ gestand der Angeklagte auf Nachfrage der Richterin.

Durch das mutige und berherzte Eingreifen der 21-jährigen Schwester des Opfers konnte eine Eskalation der Situation verhindert werden. Denn: Die junge Frau schleppte den betrunken Angeklagten vor das Festzelt und beruhigte ihn. „Ich finde es beachtlich, dass Sie ohne groß zu überlegen eingeschritten sind,“ sagte Richterin Andrea Hülshorst zu der Zeugin. „Das kommt selten vor. Und ich habe das Gefühl, dass Frauen in solchen Situationen mutiger sind als Männer.“

Auch wenn Schlimmeres verhindert werden konnte, bestand kein Zweifel an der Körperverletzung – allein wegen der Zeugenaussagen. „Auch wenn Sie Erinnerungslücken haben und nicht vorbelastet sind, ist die Geldstrafe für Sie angemessen. Des Weiteren haben Sie Glück, dass Sie nicht das Auge des Opfers getroffen haben“, sagte die Richterin abschließend. (asg)

Quelle: HNA

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