Geldstrafe nach Schlägerei neben Discothek Bonkers

Frankenberger Land.Weil er in einer Schlägerei, deren Auslöser der Streit um ein Mädchen gewesen sein soll, einem Freund „zu Hilfe" geeilt war, wurde ein 26-Jähriger aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf zu einer Geldstrafe verurteilt.

Mit 120 Tagessätzen à 15 Euro kam Richterin Andrea Hülshorst dem Antrag der Verteidigung nicht nach, die aufgrund der finanziellen Situation des Angeklagten - er lebt von Halbwaisenrente und der Unterstützung seiner Mutter - maximal 5 Euro pro Tagessatz gefordert hatte. „15 Euro sind angemessen, das ist der gleiche Satz, den ein Hartz-IV-Empfänger zahlen müsste“, sagte Hülshorst. „Alkohol und Mädchen, wie so oft eine unheilige Allianz", begann sie ihre Urteilsbegründung gegen den Studenten. Strafmildernd habe sich ausgewirkt, dass die Tat knapp zwei Jahre zurückliege und der 26-Jährige seitdem nicht mehr auffällig geworden sei. „Sie sind dabei, sich zu konsolidieren, da wäre es kontraproduktiv, wenn Sie ins Gefängnis müssten“, sagte sie zu dem Angeklagten, der gerade ein Urlaubssemester eingelegt hat, um sich einen anderen Studiengang zu suchen.

„Eine schwierige Geburt, aber letztlich haben Sie die Kurve noch gekriegt“, sagte die Richterin nach der zweistündigen Verhandlung. Der Angeklagte hatte zu Beginn von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht und durch seinen Verteidiger nur mitteilen lassen, dass er in der fraglichen Nacht die Frankenberger Discothek Bonkers, neben der es zu der Schlägerei gekommen war, besucht habe.

Zunächst wurde der Freund des Angeklagten angehört. Er durfte die Aussage nicht verweigern, da er bereits zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Der Mann aus dem Frankenberger wich jedoch aus und berief sich auf Erinnerungslücken. „Einer liegt am Boden und wird getreten, der andere wird zeitgleich geschlagen: Entweder sind Sie ziemlich schnell im Hin- und Herlaufen oder Sie hatten Unterstützung“, hielt der Staatsanwalt ihm vor. Auch Hülshorst ermahnte ihn, die Wahrheit zu sagen. Auch das Vortäuschen von Erinnerungslücken gelte als Straftat.

Danach sagte eines der vier Opfer aus. Der 19-Jährige hatte den Angeklagten in der Nähe eines weiteren, bereits am Boden liegenden Opfers gesehen und „ich kann mir nicht vorstellen, dass er freiwillig am Boden lag“. Zudem hatte er sich das Kennzeichen vom Auto des Angeklagten notiert.

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Quelle: HNA

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