Eröffnungsbilanz der Gemeinde Burgwald

Gemeindebesitz ist 30 Millionen Euro wert

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Das Burgwalder Bürgerhaus hatte am 1. Januar 2009 zusammen mit den anderen Bürgerhäusern der Gemeinde einen Wert von 901 000 Euro. Das ergibt sich aus der Eröffnungsbilanz.Foto: Archiv

Burgwald - Die Eröffnungsbilanz der Gemeinde Burgwald für das Jahr 2009 ist von der Revision des Landkreises geprüft und bestätigt. Der Hauptausschuss hat der Bilanz am Donnerstag ebenfalls zugestimmt.

Mehr als 2500 Stunden Arbeit stecken in der Eröffnungsbilanz für ein Jahr. Unterstützung bei der Erstellung der Bilanz hatten die Mitarbeiter der Verwaltung und der Gemeindevorstand von Unternehmensberater Michael Bose. Bose stellte diese erste Eröffnungsbilanz der Gemeinde am Donnerstag in der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses vor und stand den Parlamentariern für Fragen zu den Zahlen zur Verfügung.

Die Bilanz zeigt das Vermögen der Gemeinde auf, ebenso wie Einnahmen und Verbindlichkeiten – zum 1. Januar 2009. Anhand der Aufstellung erklärte Bose, dass die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt Zahlungsverpflichtungen von 7,4 Millionen Euro hatte; Zahlungen, für die sie keine Gegenleistung mehr bekommt: Kreditrückzahlungen, Zinsen und Beamtenpensionen etwa. Aufgeführt sind in der Bilanz vor allem die Vermögenswerte der Gemeinde: Gebäude, Straßen und öffentliche Anlagen etwa.

Zum 1. Januar 2009 hatte die Gemeinde laut der Eröffnungsbilanz demnach Sachanlagen im Wert von 29,869 Millionen Euro. Allein die Abwasserkanäle und Kläranlagen der Gemeinde haben demnach einen Wert von 11,2 Millionen Euro, die Wasserleitungen sind mit 2,2 Millionen Euro bewertet worden. Alle Bürgerhäuser der Gemeinde zusammen haben einen Wert von 901.000 Euro, während die gemeindeeigenen Straßen und Gehwege 3,5 Millionen Euro wert sind. Die Gebäude, in denen die Kindergärten untergebracht sind, gehören alle der Gemeinde Burgwald, wie Herbert Engel vom Hauptamt der Verwaltung erklärte. Diese Gebäude haben zusammen einen Wert von 1,69 Millionen Euro.

Wie Bose den Gemeindevertretern weiter erklärte, wolle das Anlagevermögen der Gemeinde von fast 30 Millionen Euro aus den Einnahmen der Gemeinde gepflegt werden. Dabei belastet jedes Gebäude, jede Straße den Haushalt vierfach: Durch den Wertverlust – also Abschreibungen – durch den laufenden Unterhalt, durch Kredite für Bau oder Sanierung und durch einen höheren Wiederbeschaffungswert, falls etwa ein Bürgerhaus komplett neu gebaut werden müsste.

„Das Geld dafür kommt entweder aus dem Abbau des Anlagevermögens oder aus einem Überschuss aus dem Ergebnishaushalt“, sagte Bose. Aus wirtschaftlicher Sicht sei ein Gemeindehaushalt daher nicht ausgeglichen, wenn er unter dem Strich mit Null abschließt. Eine Gemeinde wie Burgwald mit einem Anlagevermögen von knapp 30 Millionen Euro müsse jedes Jahr einen Überschuss von rund 800.000 Euro erwirtschaften – nur um die Substanz zu erhalten. Bose betreue viele Kommunen und kenne keine, die in diesem Sinne einen ausgeglichenen Haushalt habe. „Wir leben in Deutschland insgesamt auf einem Niveau, dass wir uns nicht leisten können“, urteilte er abschließend.

Bose erklärte, dass die weiteren Eröffnungsbilanzen und Jahresabschlüsse anstehen. Für den Spätsommer rechnet er damit, den Jahresabschluss 2009 vorlegen zu können. Laut seiner Planung liege der Jahresabschluss für 2013 in 2015 vor. „Buchhalterisch auf dem Laufenden wird die Gemeinde frühestens im Jahr 2016 sein – wenn nichts dazwischen kommt.“ Derzeit seien die Mitarbeiter der Verwaltung damit beschäftigt, die Veränderungen im Anlagevermögen seit der ersten Eröffnungbilanz einzupflegen und falsch sortierte Buchungen nach drei Jahren Doppik-Erfahrung richtig einzusortieren. „Die Bilanz ist von der Revision geprüft und uneingeschränkt bestätigt“, informierte Bürgermeister Lothar Koch. Daher empfehle der Gemeindevorstand, die Bilanz für 2009 so zu beschließen. Der Empfehlung folgte auch der Hauptausschuss. Am nächsten Donnerstag wird das Gemeindeparlament über das Zahlenwerk beraten.

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