Bürgerlisten Löhlbach und Haina entzweit

Gemeindevertretung mehrheitlich für Schulstandort Haina

Grundschule Löhlbach: Sie soll im Sommer geschlossen werden. Das löst in der Gemeinde einen Streit um den künftigen zentralen Schulstandort aus. Foto: Biedenbach

Haina-Kloster. Eine Mehrheit der Hainaer Gemeindevertretung hat sich dafür ausgesprochen, dass Haina zentraler Schulstandort wird, nicht Löhlbach. Mit elf zu neun Stimmen folgte das Parlament am Dienstagabend einem entsprechenden Antrag der Bürgergemeinschaft Großgemeinde Haina (BGH).

Der Gemeindevorstand soll eine entsprechende Resolution an den Landkreis als Schulträger und an das Staatliche Schulamt weiterleiten, heißt es in dem Antrag.

Enttäuscht über diese Entscheidung ist die Freie Bürgerschaft Löhlbach. Sie hatte beantragt, dass der Gemeindevorstand beim Landkreis dafür eintreten soll, dass sowohl Haina als auch Löhlbach als zentrale Schulstandorte in Betracht gezogen werden. Eine Wirtschaftlichkeitsstudie soll nach Vorstellung der FBL prüfen, welches der beiden Schulgebäude besser dafür geeignet ist.

Bürgermeister Rudolf Backhaus, der auch der FBL angehört, hatte dafür geworben, dass sich die Gemeindevertreter auf einen allgemeinen Beschluss einigen: Der Landkreis sollte aufgefordert werden, die endgültige Entscheidung über den zentralen Schulstandort mit der Gemeinde abzustimmen.

Mit diesem Beschlussvorschlag wollte er verhindern, dass das Ortsteildenken bei der Entscheidung im Vordergrund steht. Löhlbach ist mit 1500 Einwohnern der größte Ortsteil der 3600-Einwohner-Gemeinde. Fast alle anderen der insgesamt zwölf Ortsteile, für deren Interessen sich die BGH einsetzt, hatten sich für Haina als Schulstandort ausgesprochen. Zudem warb Backhaus dafür, dass die Gemeindevertretung dem Landkreis gegenüber mit einheitlicher Stimme gegenübertrete.

Um den Beschlussvorschlag zu unterstützen, zog die FBL in der Sitzung ihren Antrag, dass beide Schulstandorte untersucht werden sollen, zurück. Mit neun Stimmen fand der Beschlussvorschlag eine Mehrheit. Dafür gestimmt hatten: sechs FBL-Vertreter, zwei SPD-Vertreter und einer der Bürgerliste Dodenhausen. Abgelehnt wurde er von der BGH, sechs von acht Vertretern der SPD-Fraktion enthielten sich der Stimme.

Nun gibt es zwei Voten aus der Gemeinde und zwei unterschiedliche Forderungen an den Landkreis: Er soll die endgültige Entscheidung über den Schulstandort mit der Gemeinde absprechen. Er soll Haina zum zentralen Schulstandort ausbauen. Die Bürgerlisten Löhlbach und Haina, die seit Jahren eine Koalition im Parlament bilden, haben sich damit in zwei Lager gespalten.

Eine eigene Forderungen an den Landkreis haben auch die Löhlbacher Eltern. Sie setzen sich für den Erhalt der Grundschule Löhlbach ein und haben dafür bereits 785 Unterschriften gesammelt. Die Unterschriftenliste übergab Dr. Jochen Keute von der vor wenigen Tagen gegründeten Bürgerinitiative Löhlbach an Bürgermeister Backhaus.

Hintergrund der Diskussion: Das Staatliche Schulamt hatte die Gestattungsanträge von zwölf Löhlbacher Eltern bewilligt: Die dürfen ihre Kinder im Sommern in der Nachbarkommune Frankenau einschulen. Damit gibt es in Löhlbach nicht mehr genug Schüler, um zwei Grundschulklassen zu bilden, was das Minimum für den Weiterbetrieb der Grundschule darstellt.

Die restlichen Löhlbacher Schüler wechseln im kommenden Schuljahr nach Haina-Kloster. Dort reichen die vier Klassenräume bis zum Jahr 2012. Danach werden fünf, 2013 sechs Räume benötigt. Der Landkreis signalisierte Bereitschaft, dort einen Anbau zu realisieren.

(mab)

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Quelle: HNA

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