Gesünderes Leben in 2014

Gemeinsam gegen den Schweinehund

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Frankenberg - Viele Menschen sind mit guten Vorsätzen in das neue Jahr gestartet - zwei Wochen später sind einige jedoch schon gebrochen und vergessen. Mit einigen Kniffen aber ist der innere Schweinehund leicht zu überlisten.

Ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze stehen oft Fitness, gesündere Ernährung oder das Aufhören mit dem Rauchen. Sobald der Alltag nach den ruhigen Urlaubstagen wieder einkehrt, werden sie oft wieder verworfen. Laut den heimischen Fitnessstudios wollen viele Menschen den Start in ein gesünderes Leben mit einer Anmeldung in den Gesundheitszentren beginnen. Im Vergleich zu den vergangenen Monaten verzeichneten die lokalen Studios rund 18 Prozent mehr Anmeldungen. In Deutschland sind es laut einer Forsa-Studie rund 47 Prozent denen Sport im neuen Jahr wichtig ist. Der Wille ist da, aber oft verhindert der innere Schweinehund, das gesteckte Ziel zu erreichen. Laut Forsa schafft es nur jeder Zweite, seine Vorsätze umzusetzen.

Antje Ruhweden hat in ihrem Fitnessstudio „Im Lot“ in Frankenau bereits viele Neuanmeldungen. Sie rät den Sportneulingen, ihre Ziele nicht zu hoch anzusetzen und mit kleinen Schritten einen Erfolg zu erzielen. „Wir essen mehr als wir schlafen“, sagt Ruhwedel und betont, dass ein Essverhalten zwar auch verändert werden muss, jedoch ein Genuss bleiben darf. Im Trainingslager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Frauen gibt sie demnächst ihr Wissen über Ernährung weiter.

Das Frankenberger Fitnessstudio „Charisma“ erwartet in den nächsten Wochen viele Anmeldungen von Sportanfängern. Inhaber Knut Wienbeck bietet ein Intensivprogramm über vier bis acht Wochen, in dem Sport, Ernährung und kontrolliertes Abnehmen im Fokus stehen - die Teilnehmer müssen dafür kein Mitglied des Studios werden. Das Programm zeige schnell Ergebnisse und motiviere die Sportler so. „In kurzer Zeit lässt sich körperlich alles erreichen, wenn man mit Disziplin und Struktur vorgeht“. Sportneulinge müssten nicht auf die Lieblingsspeisen oder auf Süßigkeiten verzichten, betont Wienbeck. „Von allem einfach ein bisschen weniger reicht schon.“

Mit dem Motto „Entschleunigung im Alltag“ startet das Gesundheitszentrum „BalFit“ aus Löhlbach in das Jahr. Auf dem Plan stehen etwa Yoga, TaiChi, QiGong, Autogenes Trainig, Reha und „Sport für Menschen mit Krebs“. Im Trend ist ein Kurs mit einem Mix aus Zumba und Aerobic.

Fitnessfachwirt und Ernährungsberater Günter Jekel betont: „Ein schnelles Abnehmen funktioniert nicht. Individuelle Beratung über Ernährung und Training fördert eine kontrollierte Gewichtsreduktion.“ In einer „Showküche“ will er mit den Mitgliedern des „BalFit“ kochen und ihnen gesunde Ernährung näher bringen. Bei starkem Übergewicht sollte jedoch auch ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Ein weiterer beliebter Vorsatz ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Das Robert Koch-Institut zeigt in einer Studie, dass etwa jeder dritte Deutsche über 18 Jahren raucht. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt einen Nichtraucherkalender zur Motivation. Im Internet gibt es zahlreiche Tipps. Aber auch bei ihren Hausärzten können Raucher sich Hilfe holen, um ihre Sucht zu bekämpfen. „Es gibt viele verschiedene und sinnvolle Methoden mit dem Rauchen aufzuhören“, sagt der Frankenberger Arzt Dr. Wolfgang Grebe. Die „Schluss-Punkt-Methode“ sei am sinnvollsten - also von einem Tag auf den anderen aufhören, diesen Schlusspunkt vielleicht mit dem Geburtstag oder einem persönlichen Ereignis verbinden. Dann gebe es noch die Nikotin-Ersatz-Therapie in der das in Zigaretten enthaltene Nikotin durch Pflaster oder Tabletten ersetzt wird. Die Dosis an Nikotin wird langsam auf Null reduziert. Hypnose oder Akkupunktur können ebenfalls sinnvoll sein. Von einer „Nichtraucherspritze“ rät Grebe jedoch ab. „Das ist nichts seriöses und bringt keine dauerhafte Lösung mit sich.“

Wer mit dem Rauchen aufhört, muss in der Regel mit einer Gewichtszunahme rechnen, kann dem aber mit Sport und gesunder Ernährung entgegenwirken. Die Vorteile des rauchfreien Lebens stellen sich schnell ein: „Schon nach zwei Tagen kommt das Geschmackempfinden, wie zum Beispiel nach Rotwein wieder“, sagt Grebe. Bereits nach einem Tag werde die Sauerstoffzufuhr regeneriert, nach einem Jahr sinke das Risiko für Krebserkrankungen.

Einen Unterschied zwischen Erwachsenen und Jugendlichen, die aufhören wollen zu rauchen, gibt es nicht. „Das Alter spielt keine Rolle, entscheidend ist der Zeitraum, wie lange man geraucht hat“, sagt Grebe. Er bietet „Rauchfrei werden“-Kurse an, die er auch in Zusammenarbeit mit Betrieben und Schulen hält. Eine große Motivation sei es für die Abhängigen gemeinsam in einer Gruppe mit dem Rauchen aufzuhören.

von Sarah Runzheimer

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