Frankenberg

Gemeinsam mit Pinseln zum Bahnhof

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- Frankenberg (rou). Als desaströs bezeichnen Rüdiger Richter und Peter Beckmann den Zustand des Bahnhofsgebäudes und des Umfeldes. Die beiden Anlieger der Bahnhofstraße wollen jedoch kein Klagelied anstimmen, sondern anpacken. Sie rufen zur Gründung einer Bürgerinitiative auf.

Der erste Eindruck zählt. Und am Frankenberger Bahnhof bewahrheitet sich ganz offensichtlich diese Redewendung: Ob sich ein Besuch der Stadt überhaupt lohne, werde er immer wieder von Touristen gefragt, die per Bahn in Frankenberg ankämen und den Nationalpark als Ziel hätten, berichtet Rüdiger Richter von der alteingesessenen Frankenberger Buchhandlung Hykel. Das Geschäft befindet sich nur einen Steinwurf vom Bahnhofsgebäude entfernt. „Die meisten können sich einfach nicht vorstellen, dass eine Stadt mit einem so heruntergekommenen Bahnhof auch schöne Seiten hat“, fährt er fort und verweist auf die Schmierereien an den Wänden, abbröckelnden Putz an den Mauern, von den Hilfspolizisten geduldete öffentliche „Urinierstellen“ und bergeweise Müll.

Als „die unterbezahlte Außenstelle der Tourismusinformation“ werbe er selbstverständlich für Frankenberg und versichere allen bei ihm im Geschäft auflaufenden Ratsuchenden, dass Neu- und Altstadt mehr als einen Besuch wert seien, erzählt Richter. Doch am Zustand des gesamten Bahnhofsgeländes müsse sich seiner festen Überzeugung nach dringend etwas ändern. Die Radsaison habe gerade begonnen und mit der zunehmenden Zahl mit Fahrrad per Bahn in Frankenberg ankommenden Touristen würde auch das katastrophale Erscheinungsbild wieder häufiger zu ihm in den Laden „getragen“. Frankenberg sei bekanntlich ein Endbahnhof, und vor diesem Hintergrund sei ein der Stadt würdiges Erscheinungsbild umso bedeutender.

Bereits mehrfach habe er auch das Gespräch mit Bürgermeister Christian Engelhardt gesucht: zu seiner Enttäuschung ohne Ergebnis. Sicherlich sei die Stadt nicht Eigentümer des Bahnhofsgebäudes, dennoch müsste das Projekt „Aufwertung des Bahnhofsgeländes“ zumindest seiner Meinung nach auf der städtischen Agenda etwas weiter oben stehen. Engelhardt habe stets auf den gesteckten Zeitplan verwiesen und versichert, dass der Bahnhofsvorplatz nach der Umgestaltung der Bahnhofstraße von der Kreuzung der Röddenauer Straße bis zum Eingang in die Fußgängerzone im Jahr 2013 schick gemacht würde. „Aber jeder Tag mit diesem desaströsen Erscheinungsbild kann ein Tag zu spät sein.“

In seinem Fast-Nachbarn Peter Beckmann hat Rüdiger Richter einen Mitstreiter gefunden. Als Meister-Fotograf hat er ein Auge für Motive, auch für Schandflecke. Und als einen solchen bewertet er den Bahnhof. „Diese Bilder sind einfach prägend, werden verallgemeinert und schaden ganz Frankenberg.“

Mehr lesen Sie in der FZ vom Mittwoch, 18. Mai

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