Gemünden

In Gemünden können Vereine und Sportgruppen zwei Sportplätze und zwei Hallen nutzen

- Wer im Herbst einen Rundgang durch die Stadt macht, kann innerhalb weniger Minuten und Meter einen Großteil der Bandbreite des Gemündener Sportangebots erfassen.

Auf dem Rasen trainieren die Nachwuchskicker; dort auf dem Hartplatz, hält die Herzsportgruppe ihre Übungen ab; Nebenan bereiten sich die Volleyballer auf ihr nächstes Ligaspiel vor; 200 Meter Luftlinie weiter tanzen Jungen und Mädchen im Rahmen des schulischen Ganztagsangebotes; im Hallenfeld nebenan ploppen die Tischtennisbälle hin und her. Vier, fünf Sportgruppen trainieren parallel – in Gemünden ist das kein Problem. Die Stadt verfügt nicht nur über ein Schwimmbad, sondern auch über zwei Sportplätze und zwei Sporthallen, die wegen ihrer unmittelbaren Nähe auch für Schule und Kindergärten problemlos nutzbar sind – Begebenheiten, wie man sie nicht in vielen vergleichbaren Städten vorfindet. Ein Fluch für die Stadt wegen der immensen Unterhaltungskosten? Für Bürgermeister Frank Gleim eher ein Segen, zumal die große Halle auch für überörtliche Sportveranstaltungen oder als Ausrragungsort von Turnieren auswärtiger Vereine gefragt ist. „Man darf nicht immer nur die Kosten sehen, sondern auch den Nutzen. Wenn viel Sport geboten wird, bringt das Sportinteresse ja auch Menschen in die Stadt, die zum Beispiel Handel und Gastronomie beleben“, sagt der Rathauschef, der zudem vor allem auch den kulturellen Nutzen sieht, den beispielsweise die Halle am Oberhain bietet, die nicht umsonst Sport- und Kulturhalle heißt. Und überflüssig sind die Sportanlagen nachweislich nicht, sind bislang keineswegs in Frage oder wegen ihrer Unterhaltskosten auf den Prüfstand gestellt worden, wie Bürgermeister Gleim bestätigt. „Alle Sportflächen haben eine hohe Frequentierung“ so Gleim. Petra Schnellbächer vom TSV gibt ihm mehr als Recht: „Die Hallenkapazität ist fast schon zu gering“, sagt die Vorsitzende des Gesamtvereins und verweist auf die vielen Angebote. Neben Vereinen mit eigener Trainings- und Wettkampfstätte“ wie Tennisspieler, Reiter und Sportschützen gibt es in Gemünden nicht nur die traditionellen Sportarten wie Fußball, Volleyball, Tischtennis, Turnen und Leichtathletik, sondern auch weitere Sportgruppen – von Tanzen über Wandern und Nordic Walking bis zu speziellen Angeboten wie Gesundheitssport, für die der TSV ein Gütesiegel des Landessportbundes erhielt. Zudem nutzen auch Vereine aus den Stadtteilen die Gemündener Örtlichkeiten, etwa der SSV Bunstruth mit den Fußballern und seiner Herzsportgruppe. Dass es mitunter schwierig ist, allen die Trainingszeiten am Wunschtermin zuzuteilen, weiß Petra Schnellbächer. Bislang gelinge das aber noch ganz gut. „Es macht sich aber bemerkbar, dass sich durch die Ganztagsangebote der Schulen die Hallenzeiten immer mehr in den Abend verlagern und damit weniger Spielraum bei der Vergabe der Nutzungszeiten bleibt.“ Seit 1984 verfügt Gemünden über eine große Halle. An die anfänglich zwei Felder zählende Sporthalle Oberhain wurde später ein drittes Feld angebaut. Die alte Halle an der Dietrichskehle, die wie der Hartplatz dem Landkreis gehört, ist aber seitdem keineswegs „Notunterkunft“, sondern wird durchaus geschätzt. „Wer sich an die Halle erstmal gewöhnt hat, will sie auch nicht mehr hergeben, auch wenn es dort ziemlich laut ist“, sagt Petra Schnellbächer über das Kleinord, in dem beispielsweise die Volleyballer seit Jahren zu Hause sind. Dass die Vereine auch ein Stück weit Verantwortung haben für ihre Sportanlagen, ist für Bürgermeister Gleim ein ungeschriebenes Gesetz. Gleichwohl leiste die Stadt Unterstützung, etwa bei großen Turnieren. „Darüber gibt es keine Streitpunkte“, so Gleim. Der Rasensportplatz, der via Erbpacht dem TSV gehört, und Sporthalle Oberhain sind übrigens Gemeinschaftsprojekte zwischen Stadt und Landkreis.Nachdem die Sporthalle am Oberhain im vergangenen Jahr eine Dachsanierung erhielt, sind vorerst keine weiteren Modernisierungen geplant. Nicht auf der Agenda steht auch ein Kunstrasenplatz, der im Bürgermeister-Wahlkampf einmal zum Thema gemacht worden war. (schä)

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