Bürgermeister Backhaus spricht von einem "großen Wurf"

Gemünden und Haina legen Wasserversorgung zusammen

Haina/Gemünden. Jetzt ist es beschlossen: Die Gemeinde Haina und die Nachbarstadt Gemünden regeln die Wasserversorgung für beide Kommunen gemeinsam. 

Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus sprach von einem „großen Wurf“ und einem „historischen Ereignis, über das die Menschen in vielen Jahren noch anerkennend sprechen werden“. Er meinte damit, dass die Gemeinde Haina und die Nachbarstadt Gemünden ab Januar 2019 ihre Wasserversorgung gemeinsam regeln werden.

Einstimmig votierte – nach dem Wasserleitungszweckverband Gemünden-Bunstruth (WLZV) und der Stadt Gemünden (wir berichten) – am Donnerstagabend auch das Parlament Haina für diese Form der interkommunalen Zusammenarbeit, bei der sich laut Backhaus „richtig viel Geld“ sparen lasse.

Bisher arbeiten die beiden Kommunen bei der Trinkwasserversorgung nur im Bereich Bunstruth zusammen. Die Hainaer Ortsteile Halgehausen und Bockendorf beziehen ihr Wasser über den WLZV, der auch Gemündener Stadtteile versorgt. Dieser Verband wird nun erweitert zum Wasserversorgungszweckverband für Gemünden und Haina. Das Gremium wird mit je vier Vertretern aus Gemünden und Haina besetzt sein.

Der Verband wird die Trinkwasserversorgung aller Stadt- und Ortsteile übernehmen. Nur die kleinen Orte Ellnrode und Altenhaina bleiben, wie bisher, Eigenversorger.

Die Einwohner von Haina und Gemünden werden eine einheitliche Wassergebühr zahlen. Wie hoch die sein wird, das werde nun, nachdem alle notwendigen Beschlüsse für das Gemeinschaftsprojekt gefasst sind, errechnet, teilte der Bürgermeister mit. Er gehe davon, dass die Hainaer keinesfalls mehr zahlen müssten als bisher.

Der Verband wird die Preisgestaltung und die Abrechnung übernehmen. Überlegt werde, dass er technische Arbeiten an ein Unternehmen mit Fachkenntnis vergibt. Im Gespräch ist zum Beispiel die Energiegesellschaft Frankenberg.

Dieses Vorgehen begrüßten alle Hainaer Gemeindevertreter. Es sichere die Wasserversorgung, sagte Frank Wölk (Freie Bürgerschaft Löhlbach, FBL). „Das hat Zukunft“, pflichtete Siegfried Ruppel (SPD) bei. Frank Happel (Bürgergemeinschaft Großgemeinde Haina, BGH) betonte, angesichts der komplexen technischen Herausforderungen „ist es richtig, die Kräfte zu bündeln“. Auch Stefan Hecker (Unabhängige Bürger Dodenhausen) sah in der Kooperation „enorme Vorteile“.

Heinz Brück (FBL) regte an, dass bei der Besetzung der vier Hainaer Vertreter für den neuen Zweckverband möglichst alle vier Fraktionen zum Zuge kommen sollten.

Einstimmig beschlossen die Hainaer Gemeindevertretung die Neufassung der Verbandsversammlung und hoben die bisherige Wasserversorgungssatzung der Gemeinde auf. Dass die Aufhebung erst zum Ende dieses Jahres in Kraft treten darf, darauf hatte vorher Carsten Buch (BGH) hingewiesen. (mab)

Quelle: HNA

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