Die Zusammenarbeit soll langfristig die ärztliche Versorgung sichern

Gemündener Hausärzte schließen sich zusammen

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Machen gemeinsame Sache: Die Gemündener Hausärzte (von links) Dr. Walter Engelbert, Jochen Stenner und Dr. Frank Uffelmann. 

Gemünden. Drei Ärzte, zwei Praxen, eine Gemeinschaft: Ab dem 1. Januar gibt es in Gemünden ein ÜBAG. Die soll langfristig auch dabei helfen einen Nachfolger für Dr. Walter Engelbert zu finden. 

ÜBAG steht für Überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft, es ist eine Sonderform der Gemeinschaftspraxis. „Für die Patienten bleibt aber fast alles gleich“, erklärt Dr. Frank Uffelmann. Es gibt noch immer zwei Praxen, zwei Telefonummern, dasselbe Personal „und entgegen anderslautender Gerüchte, arbeite ich weiterhin auch an unserem Standort in Hatzfeld“, sagt Jochen Stenner. 

Allerdings sind die Patienten jetzt flexibler bei der Planung ihres Arztbesuches. Denn bei einer ÜBAG teilen sich die Ärzte ein Computersystem und damit auch die Patientendaten. „Wenn also jemand von Dr. Engelbert hierher kommt, dann ist er uns bekannt und wir können ihn weiterbehandeln“, erklärt Stenner. So könnten sich die Ärzte auch leichter gegenseitig vertreten.

Der Grund für den Zusammenschluss ist das aber nicht, viel mehr soll so einfacher ein Nachfolger für Dr. Walter Engelbert gefunden werden. Schon 2013, als seine Kollegin in Rente ging, versuchte er, einen Nachfolger für diese zu finden. Vergeblich. 

Die Hoffnung der Ärzte ist, dass eine Stelle in einer größeren Praxisgemeinschaft attraktiver für Bewerber ist. Auch Teilzeitmodelle und ein Angestelltenverhältnis seien so einfacher umzusetzen. „Wir sind daran interessiert, die Nachfolge zu regeln und die nachhaltige Versorgung unserer Mitbürger und der Patienten von Dr. Engelbert zu sichern“, sagt Uffelmann (50).

„Das ist ja hier auf dem Land auch nicht so wie in der Stadt, wo es mitunter Konkurrenz gibt“, sagt Stenner. Der 39-Jährige ist der jüngste der drei Ärzte. Der zukünftige Kollege würde in die Praxis Stenner-Uffelmann an der Kraelingstraße einsteigen. Aber so weit ist es noch nicht: „Ein paar Jahre will ich schon noch arbeiten“, sagt der 62-jährige Dr. Walter Engelbert. Und zwar in seinen eigenen Praxisräumen an der Marktstraße.

Einfach wird die Nachfolgersuche trotzdem nicht. Selbst einen Weiterbildungsassistenten, also jemand der auf dem Weg zum Facharzt ist, zu überzeugen, einen Teil seiner Weiterbildung auf dem Land zu verbringen, ist schwierig. „Die jungen Ärzte legen viel Wert auf eine gute Work-Life-Balance und bleiben lieber in der Stadt“, sagt Uffelmann.

Deutlichere Worte findet Dr. Wolfgang Stenner, der nach 31 Jahre als Hausarzt in Gemünden nun im Ruhestand ist: „Die Studenten kennen nur den Krankenhausbetrieb und wissen nicht, was wir Ärzte auf dem Land alles leisten“. Mehr Geld bringe da nichts, man müsse angehende Ärzte vielmehr verpflichten, langfristig und regelmäßig in Hausarztpraxen zu helfen. „Denn dann würden die Leute merken, wie das abläuft und was für ein toller Job das ist.“ Denn trotz der manchmal langen Arbeitszeiten gelte: „Inhaltlich kann ich mir keinen schöneren Job vorstellen“.

Quelle: HNA

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