Stadtverordnete kritisieren geplante Notdienst-Zentralisierung

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Gemündener Stadtverordnete sehen Gesundheitsversorgung bedroht: Nach dem Willen der Kassenärztlichen Vereinigung soll der Notdienst ab Juli zentral in Frankenberg laufen. 

Gemünden. Der Ärztliche Notdienst im Raum Gemünden soll beibehalten werden. Die SPD-Fraktion hat den Magistrat der Stadt Gemünden aufgefordert, sich bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) dafür stark zu machen.

Hintergrund ist die von der KV geplante Ablösung durch einen zentralen Notdienst in Frankenberg.

Die Stadtverordneten stimmten dem Antrag einstimmig zu. Ebenso dem Zusatz, dass dies eine Bedrohung für die Bevölkerung darstelle. Das hatte die CDU-Fraktion in die Debatte eingebracht.

Zwar bezweifele die SPD, dass der Protest Auswirkungen auf die Entscheidung der KV hat, allerdings dürfe man den Vorstoß nicht ohne weiteres hinnehmen, sagte Heinz-Jürgen Hammer, Vorsitzender der SPD-Fraktion. Wenn die Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen zurückgefahren werde, steige die Belastung für jeden einzelnen, führte Hammer aus.

Die CDU-Fraktion begrüßte den Antrag. Es sei für die Bürger besser, wenn es einen Notdienst in Gemünden gibt, als dass sie ins 20 Kilometer entfernte Frankenberg fahren müssten, sagte die Fraktionsvorsitzende der CDU, Katharina Tils. Den zentralen Notdienst bezeichnete Tils als „großen Rückschritt für die Gesundheitsversorgung“.

Bürgermeister Frank Gleim wies darauf hin, dass der Protest des Magistrats wohl keine Aussicht auf Erfolg haben werde. Nach derzeitigen Informationen wolle die KV den zentrale Notdienst voraussichtlich im Juli dieses Jahres einführen, berichtete Gleim.

Von Daniel Göbel

Quelle: HNA

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