Festakt in Illier/Combray mit Gästen aus vier Nationen

Gemündener Städtepartnerschaft feiert 40-jähriges Bestehen

Die Vorstände der Partnerschaftsvereine, darunter Monika Bornmann (Vierte v.l.), daneben die Partnerschaftsvorsitzende Anita Thursar, Bürgermeister Frank Gleim, Illiers Bürgermeister Bernard Puyenchet und der französische Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Marc Enaux.

Gemünden/Illiers-Combray - Zur Feier des 40-jährigen Bestehens der Partnerschaft mit Gemünden hatten sich die Freunde im französischen Städtchen Illiers-Combray die allergrößte Mühe gegeben. Neben der Reisegruppe aus der Wohrastadt waren auch Vertreter der Partnerstädte aus Italien und England eingeladen.

Die kleine Stadt am Flüsschen Loir hatte sich zum Fest herausgeputzt: Fahnengirlanden in den vier Nationalfarben waren über die Straßen gespannt. Gebäude waren beflaggt. Die Partnerschaftsvereinigung und die Stadt hatten ein umfangreiches Programm vorbereitet.

Der Empfang der Gäste erfolgte zunächst musikalisch durch die Musiker aus Illiers vor der Kirche von Magny. Am nächsten Morgen hieß es früh aufzustehen, denn es stand ein Ausflug nach Paris an. Drei Reisebusse waren nötig, um alle Gäste mit ihren Gastgebern in die Metropole an der Seine zu transportieren.

Den Abend verbrachten die Reisenden mit den Gastfamilien. Dabei ergab es sich des Öfteren, dass Vertreter mehrerer Nationen um einen Tisch saßen: neben den Gastgebern und den Deutschen auch Gäste aus Anversa, einer kleinen Stadt in den italienischen Abruzzen. Die Verbindung war zustande gekommen, weil Marcel Proust, der berühmte Schriftsteller aus Illiers, einen Freund hatte, der aus Anversa stammte. Andernorts waren waren Gäste aus Coniston im englischen Lake District eingeladen. Trotz sprachlicher Barrieren ergaben sich dabei lebendige Gesprächsrunden.

Am Samstag trafen sich die Offiziellen der vier Städte zunächst im Touristenbüro, bevor eine deutsch-französische Delegation das Grab von Jean Seutin aufsuchte. Er war in deutscher Kriegsgefangenschaft Zwangsarbeiter gewesen. Später war er Mitbegründer der Partnerschaft ebenso wie sein Freund, der heute 93-jährige Lucien Grenier, der drei Jahre in Rostock Zwangsarbeit leisten musste und nur überlebt hat, weil sich eine deutsche Krankenschwester dafür eingesetzt hatte, dass er krankgeschrieben wurde. Grenier war bei dem Festakt zugegen und wurde für seine Verdienste um die Partnerschaft geehrt.

Im Medienzentrum in Illiers war eine Ausstellung vorbereitet worden, die einen Rückblick auf 40 Jahre Partnerschaft gab. Dabei wurde deutlich, wie viele unterschiedliche Aktionen und Begegnungen es schon gegeben hat: mit Sportlern, Musikern und Anglern, einem „Spiel ohne Grenzen“ bei vorangegangenen Jubiläumsveranstaltungen und Schüleraustauschen. Jede Stadt hatte außerdem eine Tracht mitgebracht, um sie den anderen Gästen vorzustellen.

Etwa 200 Menschen füllten zum Abschluss den „Salle des Fetes“ zum Festakt. (ww)

Den ausführlichen Text lesen Sie in der Mittwochausgabe der Frankenberger Zeitung.

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