Interview

Genossenschaft  glaubt noch an Solarpark bei Laisa

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Vorstandsvorsitzender Günter Jakobi zeigt den Standort, an dem die Bürgerenergiegenossenschaft Ederbergland einen Solarpark bei Laisa bauen möchte.

Laisa. Die Bürgerenergiegenossenschaft Ederbergland (Begeb) wollte in Laisa einen großen Solarpark bauen. Es sollte ein „Leuchtturmprojekt“ der noch jungen Genossenschaft werden, ist aber vorerst gescheitert, weil die EWF-Tochter VEW von einer Investition Abstand nahm.

Die zu erwartende Rendite sei derzeit zu gering, so die VEW. Wie es nun weitergeht mit der Begeb und dem Solarpark, darüber sprachen wir mit dem Begeb-Vorstandsvorsitzenden Günter Jakobi aus Berghofen.

Herr Jakobi, sehen Sie noch Realisierungschancen für den geplanten Solarpark in Laisa?

Günter Jakobi: Ja. Ich sehe noch gute Chancen, das Projekt mit anderen Partnern zeitnah umzusetzen.

Das müssten ja schon größere Partner sein.

Jakobi: Wir müssen ein Eigenkapital von ca. 900 000 Euro einsammeln, das dann der Partner eventuell über einen gewissen Zeitraum vorstrecken würde, um mit den Mitgliedern der Energiegenossenschaft dann sukzessive eine Ablösung herbeizuführen.

Im Klartext: Sie suchen einen Partner, der 900 000 Euro vorstreckt?

Jakobi: Ja.

Unter dem Aspekt der weiter sinkenden Einspeisevergütung: Bis wann müssten Sie mit dem Solarpark am Netz sein?

Jakobi: Das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) ist zurzeit in der Novellierung. Dieses Vertragswerk wird erheblichen Einfluss auf die künftige EEG-Umlage haben, insbesondere im Bereich Fotovoltaik mit einer Einspeisevergütung von derzeit neun Cent pro Kilowatt im Freiflächenbereich. Diese wird ab dem 1. August 2014 mit einer Direktvermarktung vor Ort kombiniert werden müssen. Also, es gibt schon Veränderungen. Entweder es gibt diese klassische Umsetzung noch bis zum 1. August 2014 oder Direktvermarktung bzw. Direktverbrauch vor Ort.

Das heißt, wenn sich Ihre bisherigen Pläne bis zum 1. August nicht verwirklichen lassen, müssten Sie im Grunde ein völlig neues Konzept schreiben?

Jakobi: Dann muss das Konzept neu aufgestellt werden. Das Projekt bleibt sicher das gleiche. Aber die Finanzierung müsste anders gesteuert werden. Wir haben noch ein wenig Zeit auch mit unseren Grundstückseigentümern, die wir alle ins Boot geholt haben – insgesamt 16. Deswegen hat das Projekt in Laisa Pilotcharakter: Bürger sorgen für die Energie der Bürger. Aber, es reicht nicht aus, um 900 000 Euro zusammenzubringen.

Von welcher Investitionssumme gehen Sie heute aus?

Jakobi: Zurzeit müssen wir von etwa 2,7 Millionen Euro ausgehen – davon 30 Prozent Eigenkapital und 70 Prozent fremdfinanziert.

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Von Thomas Hoffmeister

Quelle: HNA

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