Geplante Siloanlage bei Bottendorf: Gegner wollen vor Gericht ziehen

Siloanlage und Hackschnitzellager: So ähnlich soll die Anlage aussehen, die der Bodenverband Waldeck-Frankenberg in der Bottendorfer Gemarkung nahe der Bundeswehrkaserne bauen will. Grafik nh

Bottendorf. Die Interessengemeinschaft Bottendorf und Umweltgruppe Burgwald kritisieren die Bauleitplanung, die ein geplantes Silo- und Hackschnitzellager ermöglichen soll.

Seinen Plan, in der Feldgemarkung Winterstrauch bei Bottendorf eine Siloanlage und Lagerstätte für Holzhackschnitzel zu errichten, wird der Bodenverband Waldeck-Frankenberg wohl in absehbarer Zeit nicht umsetzen können. Die Interessengemeinschaft „Zukunft für Bottendorf und die Region“ kündigt eine Normenkontrollklage an, sollte die Burgwalder Gemeindevertretung der für das Projekt notwendigen Änderung der Bauleitplanung zustimmen.

Wie berichtet, hat die Gemeinde Burgwald eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes in der Gemarkung Winterstrauch - zwischen Bottendorf und Frankenberg gelegen - in die Wege geleitet. Sie soll, nachdem auf die Bedenken der Träger öffentlicher Belange eingegangen wurde, in der Parlamentssitzung am kommenden Donnerstag verabschiedet werden. Der Haupt-, Finanz- und Bauausschuss hat sich am Donnerstagabend mit den Einwänden gegen die Baumaßnahme beschäftigt.

Kritik kommt vor allem von der Bottendorfer Interessengemeinschaft. Die Gruppe mit zirka 15 bis 20 Mitgliedern hat eigens eine in Bau- und Umweltrecht spezialisierte Rechtsanwältin beauftragt. Einer der Hauptkritikpunkt ist, dass „kein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt wurde“, dass „dort alles gebaut werden könnte“.

Dahinter stecke die Sorge, dass der Bodenverband in der Bottendorfer Feldgemarkung doch noch eine Biogasanlage errichte, wie 2014 zunächst geplant, sagte ein Mitglied der Gruppe. Die Interessengemeinschaft bemängelt auch, dass die „Immissionsprognose zu dürftig ist“. Der Bottendorfer Arzt Dr. Wolfgang Funke befürchtet insbesondere eine Sporenbelastung, die zu Gesundheitsschäden führen könne.

Andere Kritikpunkte, die vor allem den Naturschutz betreffen, unterstützt auch die Umweltgruppe Burgwald. Deren Vorsitzender Klaus Klimaschka, der als Gemeindevertreter (Bürgerliste Ernsthausen) Rederecht im Ausschuss hatte, bemängelte unter anderem Unzulänglichkeiten beim Schutz der Feldlerchen und bei den vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen. Zudem sei der im Vorfeld diskutierte Alternativstandort für die Siloanlage im Gewerbegebiet Bottendorf nicht berücksichtigt worden.

Klimaschka kündigte an: Sollte die Gemeindevertretung nächste Woche dieser Bauleitplanungen zustimmen, werde er den Bürgermeister auffordern, seiner Widerstandspflicht gegen einen „offensichtlich rechtswidrigen Beschluss“ nachzukommen, um Schaden von der Gemeinde fernzuhalten.

Bürgermeister Lothar Koch und Planer Bodo Tempich, der die Änderung der Bauleitplanung betreut, hielten dagegen: Alles sei mit den Naturschutzbehörden und dem Regierungspräsidium abgestimmt.

Wie die Mitglieder des Ausschusses die Situation sahen und einen Hintergrund zu dem Bauprojekt lesen Sie in der gedruckten Samstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

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