Windpark Mühlenberg: Rund 80 Gäste im sachlichen Austausch mit Experten

Noch kein Antrag für Windräder zwischen Vöhl und Lichtenfels

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Informationsaustausch: Jan Weber (Bild oben, rechts) vom Planungsbüro „4initia“ erklärt Lage und Aussehen der geplanten Anlagen.

Fürstenberg. Zum Projekt Windpark Mühlenberg, der zwischen Lichtenfels und Vöhl entstehen soll, veranstaltete das Regierungspräsidium (RP) Kassel am Donnerstagabend eine Informationsveranstaltung in  Fürstenberg.

Alle beteiligten Institutionen und Gruppen waren eingeladen, sich an Ständen zu präsentieren. Doch nicht alle nahmen die Einladung an.

Aktueller Stand: Die Planungen laufen, ein Antrag auf den Bau von sechs Windkraftanlagen auf dem Mühlenberg ist noch nicht gestellt. 

Dr. Walter Lübcke

„Im Prinzip haben wir ein weißes Blatt. Uns liegt vom VEW noch kein Antrag vor“, sagte Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, der zu der Veranstaltung eingeladen und begrüßt hatte. Damit hielt er sein Versprechen, dass er den Bürgern vor etwa vier Wochen in Fürstenberg gegeben hatte.

Die Verbands-Energie-Werks Gesellschaft für Erneuerbare Energien (VEW) als Betreiber werde die Unterlagen beim RP Kassel im vierten Quartal einreichen und damit den Antrag für die Bundes-Immissionsschutzgenehmigung und den Bau von sechs Windkraftanlagen stellen, sagte Stefan Kieweg, Prokurist beim VEW, auf Nachfrage. Da sich VEW für ein förmliches Genehmigungsverfahren entschieden habe, dürften die Bürger die Unterlagen dann einsehen. Die Investitionssumme betrage 30 Millionen Euro, sagte VEW-Geschäftsführer Stefan Schaller.

Informationen aus erster Hand

Karin Potthoff vom RP Kassel (2. von links) informiert über rechtliche Hintergründe.

Rund 80 Bürger nutzten die Gelegenheit, Informationen aus erster Hand zu erhalten. Dass es keine Frontalveranstaltung war, sondern sie von der Organisatorin und Mediatorin Sabine Säck-da Silva von „Klima- und Energieeffizienz-Agentur“ (KEEA) moderiert wurde und jeder seine speziellen Fragen an den Ständen in direkten Gesprächen mit den Experten loswerden konnte, wurde von vielen Gästen als positiv herausgestellt. 

Auf besonderes Interesse stießen Fotos, auf denen zu sehen war, wie die Windanlagen von verschiedenen Stellen aus in der Landschaft aussehen würden. Auch Fragen zu Finanzierung und Speichertechnik wurden oft gestellt. Wie die Abstände zwischen Windkraftanlagen und Orten (1000 Meter) oder Einzelgehöften (600 Meter) zustande kämen, wollte viele Besucher wissen. Die würden sich nach den Höhen der Anlagen richten. Da die Anlagen größer würden, „werden wir in einer neuen Auflage des Regionalplanes auch über neue Abstände nachdenken müssen“, sagte Karin Potthoff vom RP.

Der Lichtenfelser Bürgermeister Uwe Steuber und sein Vöhler Amtskollege Matthias Stappert verwiesen im Gespräch auf die gemeinsame Stellungnahme: Darin hatten sie beim RP Kassel angemahnt, einen Abstand von 2000 Metern zu Ortschaften und 1000 Meter zu Einzelgehöften einzuhalten. „Wir bleiben bei unserer Linie“, bekräftigten sie am Donnerstagabend.

Kritiker sind nicht mit Stand präsent

Informationen gaben in Fürstenberg am Donnerstag Expertinnen und Experten des RP Kassel, der Landesenergieagentur Hessen, des Verbands-Energie-Werks Gesellschaft für Erneuerbare Energien (VEW), der Regionalverbund Windenergie Nordhessen, die Planungsbüros Bioline und 4initia, TÜV Nord und Hessen-Forst als Grundbesitzer auf Vöhler Seite. 

Die Bürgerinitiative Imne demonstriert vor der Igelstadt-Halle.

Auch Naturpark Kellerwald/Edersee, Naturschutzbund und die Bürger-Initiative „Mensch und Natur in der Nationalparkregion Kellerwald/Edersee“ (Imne), die sich gegen den Bau der Anlage ausspricht, waren nach Angaben von Sabine Säck-da Silva eingeladen, hätten einen Stand aber abgesagt. Die Imne demonstrierte vor der Halle. 

Quelle: HNA

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