Neues Feuerwehr-Gerätehaus in Geismar

Gerüstet für Generationen

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Starkes Team im neuen Haus: Die Kameraden der Geismarer Feuerwehr rund um Wehrführer Holger Paar (vorn) haben am Samstagabend mit Ehrengästen aus Verwaltung, Politik und Kreisfeuerwehr ihr neues Gerätehaus in Betrieb genommen.Fotos: Malte Glotz

Frankenberg-Geismar - Jeder packt mit an für ein gemeinsames Ziel: Die Geismarer Brandschützer haben am Wochenende ihr neues Gerätehaus in Betrieb genommen und der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Fest wie im Bau steckte jede Menge Eigenleistung.

Manchmal ist es schwer, sich im Angesicht eines neuen Gebäudes an den früheren Zustand zu erinnern. Wer kann schon noch beschreiben, wie das Balzer-Gelände genau aussah, bevor das Frankenberger Tor gebaut wurde? Ähnlich ging es am Wochenende vielen Kameraden der Feuerwehr aus Geismar: Zur Eröffnung ihres neuen Gerätehauses hatte Gerhard Helminiak vom städtischen Bauamt Vorher-/Nachher-Aufnahmen mitgebracht. Viele Brandschützer staunten nicht schlecht ob der großen Veränderung – dabei hatten sie selbst maßgeblichen Anteil an dieser Veränderung: Etwa 3500 Arbeitsstunden Freiwilliger stecken im neuen Gerätehaus.

Wehrführer Holger Paar erinnerte an die ersten Ideen im Jahre 2010. Eigentlich sei es nur darum gegangen, die beiden Einheiten des Stützpunktes zu verbinden: Im alten Geismarer Gefrierhäuschen war bis dahin der Schulungsraum untergebracht, im Nachbargebäude mit Viehwaage stand die Technik. „Wir wollten eine Zwischenhalle bauen“, erinnerte Paar. Später kam dann die Idee auf, stattdessen vielleicht auf das bestehende Gebäude eine zweite Etage zu satteln. Doch insgesamt hätte zu viel saniert und renoviert werden müssen, um den Bestimmungen für Brandschutz und Sicherheit zu genügen. Also fiel der Entschluss für einen Neubau am bestehenden Standort.

„Es ist alles niedergerissen worden – zum Glück“, sagte Bürgermeister Rüdiger Heß in seinem Grußwort. Es sei „ein toller Bau“ entstanden, der zugleich auch ein wichtiges Signal sei für einen Stadtteil der Größe Geismars. Das Dorf dürfe stolz sein – nicht nur auf das Gebäude, sondern auch über die Art, wie es entstanden ist. „Bereits am ersten Wochenende hatten wir die Grundmauern bis auf Deckenhöhe hochgezogen“, erinnerte Paar an den Einsatz der Kameraden: Rund 35 aktive wie passive Mitglieder waren an den Bauarbeiten beteiligt. „Es haben aber auch heimische Unternehmen Eigenleistung erbracht, indem sie kostenfrei Material angeliefert haben“, dankte Paar. Ebenso sprach er der Bevölkerung seinen Dank aus: An heißen Sommertagen habe es immer wieder kleinere Spenden gegeben, die für eine Erfrischung während der Arbeiten sorgten.

„Keine halben Sachen“

Der für das Feuerwehrwesen zuständige Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf erklärte, dass der flächendeckende ehrenamtliche Brandschutz ein hohes Gut sei, in das folgerichtig stetig investiert werde. Dass in Geismar „keine halben Sachen“ gemacht worden seien, wertete er positiv. Der Neubau biete „Top-Bedingungen“ für die Arbeit der Wehr. Rund 250000 Euro hat das neue Gerätehaus gekostet. Hinzu kommt die Eigenleistung. Das Land schoss 149000 Euro als Fördergeld bei, worüber sich Manfred Hankel vom Kreisfeuerwehrverband erfreut zeigte. Er dankte der CDU-Landtagsabgeordneten Claudia Ravensburg als Stellvertreterin der Landesregierung, die ebenfalls ein Grußwort sprach. „Hier wurde etwas geschaffen, wovon auch die nächsten Generationen noch zehren können“, sagte sie anerkennend.

Ortsvorsteher Klaus-Peter Stein sagte, er sei stolz auf die Feuerwehr und froh, dass „so ein schönes Gebäude“ errichtet wurde. Er sprach seine persönliche Hochachtung für die erbrachte Leistung aus. Auch sein Vorgänger Heinz Hauptführer zeigte sich beeindruckt vom Erreichten: Er erinnerte an die verschiedenen Standorte der Feuerwehr im Laufe ihrer Geschichte und zeigte auf, unter welch beengten Bedingungen früher Brandschutz betrieben wurde.

Am Sonntag dann stellte die Feuerwehr ihr Gebäude den Geismarern vor. Bei einem Tag der offenen Tür im und am Gerätehaus wurde die Technik präsentiert, für die Kinder gab es viel zu entdecken, und auch der Grill wurde angeworfen.

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