Frankenberg

Geschäftsführerin Siegrid Sommer ist seit 25 Jahren bei Firma Günther

- Frankenberg (jos). Mit einer kleinen Feierstunde überraschten Inhaber Herbert Günther, die engen Mitarbeiter sowie die Abteilungsleiter des Heißkanaltechnik-Unternehmens am Montag ihre Geschäftsführerin.

„Ich hatte das Glück, sie gleich zweimal einstellen zu dürfen“, sagte Herbert Günther über die Jubilarin. Wie er hatte Siegrid Sommer ihre berufliche Laufbahn bei der Firma Ewikon in Frankenberg begonnen. 1984 gründete Günther in Rennertehausen seine eigene Firma, ein Jahr später wechselte Sommer dorthin. Diesen Schritt, aus einer gesicherten Position weg zu gehen, hätten Familie und Bekannte der Jubilarin sicher mit Unverständnis gesehen, sagte Günther.

„Mädchen für alles“

Doch der mutige berufliche Wechsel zu Günther entpuppte sich zu einer guten Entscheidung. Mit dem Unternehmen wuchs auch die Verantwortung von Siegrid Sommer, die seit 2004 Geschäftsführerin ist. In der Anfangszeit habe sie in der Firma so ziemlich alles gemacht und auch heute sei die Jubilarin manchmal noch das „Mädchen für alles“, berichtete Günther. Ob Angebote schreiben, Ware einpacken oder Kundenaqkuise am Telefon – „für keine Aufgabe ist sie sich zu schade gewesen“, lobte der Unternehmer. Siegrid Sommer habe die Firmengeschichte nicht nur miterlebt, sie habe sie mitgestaltet. Noch während ihrer Schwangerschaft habe die technische Zeichnerin ihre Meisterprüfung absolviert, 1989 übernahm sie die Leitung der Konstruktionsabteilung.

Abschied fällt schwer

Im Jahr 2000 übertrug Günther der Jubilarin die technische Leitung, mit Sommers Berufung in die Geschäftsleitung leitete Günther im Jahr 2004 den „sanften Übergang“ ein, wie er sagte. „Es fällt mir schwer, mich komplett rauszuhalten. Aber vielleicht haben Sie es ja in 15 Jahren einmal genauso schwer“, sagte der Firmengründer schmunzelnd. Das „Sie“ ist ihm aus alter Gewohnheit herausgerutscht – denn kurz vor der Feierstunde zum Arbeitsjubiläum hatte Herbert Günther seiner Geschäftsführerin das „Du“ angeboten. „Das war für mich das größte Geschenk zum Jubiläum“, sagte Sommer und dankte für die lobenden Worte.

„Ich hoffe das Jahr 2010 geht so weiter, wie das Jahr 2009 aufgehört hat“, erklärte Sommer im Hinblick auf zahlreiche neue Aufträge, die in den vergangenen beiden Wochen „reingekommen“ seien. Herbert Günther dankte die Geschäftsführerin für die Unterstützung in 25 Jahren. „Sie haben mir die Möglichkeit gegeben, das zu werden, was ich bin.“

In Hollywood könnte man aus der beruflichen Laufbahn der Jubilarin einen Film machen, schlug Betriebsratschef Klaus-Peter Schrader vor. Titel: „Von der technischen Zeichnerin zur Managerin“ – in Anlehnung an den vielzitierten „American Dream“ und Karrieren vom Tellerwäscher zum Millionär.

Siegrid Sommer habe sich in der noch immer von Männern dominierten Geschäftswelt durchgesetzt, lobte Schrader. „Sie ist außerdem zurecht stolz darauf, dass sie alle Mitarbeiter beim Namen kennt und persönlich zu den Geburtstagen gratuliert“, betonte Schrader. Neben Sommers fachlichen Kompetenzen sei nämlich besonders das Menschliche hervorzuheben, sagte der Betriebsrats-Vorsitzende.

Grüße aus dem Kreishaus

Blumen und Glückwünsche gab es auch aus dem Korbacher Kreishaus. Gleich an seinem ersten Arbeitstag als Landrat kam Reinhard Kubat zu dem Schreufaer Unternehmen, um dessen Geschäftsführerin zum Jubiläum zu gratulieren. „Ich würde mir wünsche, dass es mehr Menschen Ihres Zuschnittes gäbe“, rief Kubat der Jubilarin im Hinblick auf deren mutigen beruflichen Wechsel zur Firma Günther im Jahr 1985 zu. Sein früher Besuch bei Günther Heißkanaltechnik solle Symbolkraft haben, unterstrich der neue Landrat. „Denn ich will nicht nur für die Bürger da sein, sondern auch Ansprechpartner für die Unternehmen sein.“ Nach der Feierstunde ließ sich Kubat durch das Unternehmen führen.„Weiß, wovon sie spricht“

Wirtschaftsförderer Siegfried Franke gratulierte Sommer im Namen der Industrie- und Handelskammer. Er lobte die Geschäftsführerin unter anderem dafür, dass sie es früh verstanden habe, aktive Frauen in das Tagesgeschäft der Firma mit einzubeziehen. Beim Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei Siegried Sommer eine kompetente Ansprechpartnerin – „denn als Mutter weiß sie, wovon sie spricht.“

Mehr lesen Sie in der FZ am Dienstag.

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