Ahnentafeln für Wiesenfelder Heimatverein

Zur Geschichte der Glaubensflüchtlinge

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Gerhard Badouin (l.) überreichte in Wiesenfeld Tafeln mit den Namen der Vorfahren an (v.l.) Anni Combe, Karl-Heinz Clément, Günter Beck und Bürgermeister Lothar Koch. Foto: vk

Burgwald-Wiesenfeld - In der Wiesenfelder Hugenottenstube Gerhard Badouin aus Gemünden dem Heimatverein die von ihm erarbeiteten und gerahmten Stammbäume der Familien Clément und Combe überreicht.

„Es ist mir ein wichtiges Anliegen, dass besonders die jungen Leute in der Tradition der französischen Glaubensflüchtlinge den Zugang finden zu ihren eigenen Wurzeln“, sagte Badouin, Mitbegründer des Arbeitskreises für Hugenotten- und Waldensergeschichte Schwabendorf.

Monate lang hatte er in Archiven, Kirchenbüchern und Standesämtern geforscht, um die weit verzweigten Familiengeschichten zu erfassen und noch vorhandene Lücken zu schließen. Vorfahrenlisten der Familien Beck, Beaupain und Vial stehen derzeit auf seinem ehrenamtlichen Arbeitsprogramm.

„Die Erforschung und Darstellung der genealogischen Geschichte unserer Vorfahren ist ein Satzungsziel, das sich der Heimatverein Wiesenfeld 1988 gesetzt hat“, sagte dessen Vorsitzender Karl-Heinz Clement. In Anwesenheit von Nachfahren der Siedlerfamilien, Ortsvorsteher Günter Beck, Bürgermeister Lothar Koch und Hans-Werner Müller (Archiv Todenhausen) die gerahmten Tafeln mit den Stammbäumen als Geschenk für die Hugenottenstube übernahm. Er bedankte sich für diesen Beitrag zur Geschichte der ehemaligen Hugenottenkolonie Wiesenfeld, aber auch für seine eigene Familie.

„Durch die Studienfahrten mit Gerhard Badouin haben wir die Herkunftsorte unserer Vorfahren in Südfrankreich und Oberitalien zum ersten Mal selbst kennen gelernt“, hob Clement hervor. Das Dorf Orpierre, Stammort der Cléments in den französischen Alpen, sei heute noch eine Hochburg der Protestanten, berichtete Gerhard Badouin. Er habe für seine Nachsuche aus Orpierre sogar die alten Kirchenbücher komplett in Kopie übermittelt bekommen.

Bereits bei früheren familiengeschichtlichen Forschungen hatte Badouin, als er für die Dörfer Schwabendorf und Wolfskaute mehrere komplette Familienbücher verfasste, die vielfältigen verwandtschaftlichen Verflechtungen mit Louisendorf, Wiesenfeld und Todenhausen festgestellt. Deshalb und auch durch die Zusammenarbeit dieser Dörfer in der Projektgruppe der Region Burgwald war er an dieser Weiterarbeit für Wiesenfeld besonders interessiert. Für die Nachfahren des Glaubensflüchtlings Jean Combe aus Barcelonne bedankte sich Ulrike Combe-von Nathusius (Bad Arolsen) bei dem Genealogen Badouin.

Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch bat ihn, für weitere Familien der ehemaligen Kolonie Wiesenfeld die Daten der Vorfahren zu ermitteln, und sicherte die Unterstützung der Gemeinde zu. (vk)

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