25 Jahre Naju in Frankenberg

Geschichte mit Umwelt vereinen

Mit vereinten Kräften stellten die Mitglieder der Naturschutzjugend die Dohlenfelsen frei und schufen sonnige Plätze für Eidechsen.

Frankenberg - Die alten Halden bei Geismar und der Frankenberger Dohlenfelsen besitzen nicht nur einen kulturhistorischen Wert, sondern sind auch Oasen der heimischen Natur.

Seit rund 15 Jahren engagiert sich die Frankenberger Naturschutzjugend für den Erhalt der wertvollen Kleinbiotope und Sonderstandorte seltener Pflanzen zwischen Frankenberg und Geismar. Früher waren es rund 100 Halden, die im Bergbaugebiet „Altes Gnadenthal“ vom Kupfer- und Silberabbau im 17. bis 19. Jahrhundert zeugten.

Senkrechte Schächte führten dort in die Tiefe, wo sich waagerechte Stollengänge anschlossen. Oben an der Erdoberfläche wurde das nicht zur Verhüttung geeignete Material auf Hügeln abgelagert. Lange waren die schwermetallhaltigen Gesteinshaufen nur spärlich bewachsen. Mittlerweile sind die meisten Halden mit Kiefern bewaldet und bilden ein Netz von Feldgehölzen in der Agrarlandschaft. Charakterpflanze der Halden ist der Ackerwachtelweizen, ein purpurrot blühendes Braunwurzgewächs.

Bundesweit einzigartig ist auch das Vorkommen der Taubenkropfnelke, die auf schwermetallhaltigem Untergrund wächst. Einige Halden wurden daher vom Landkreis Waldeck-Frankenberg als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen. Die Untere Naturschutzbehörde koordiniert die notwendige Pflege der Biotope. Dabei erfährt sie ehrenamtliche Unterstützung durch die Naturschutzjugend.

Im Winter 2001/2002 entbuschten die Jugendlichen in Zusammenarbeit mit Landwirten und dem Geismarer Heimat- und Kulturverein die „Weiße Halde“ an der alten Geismarer Straße. Dort wachsen Thymian, Glockenblumen und Heidenelken. Ein ökologisch und geologisch wertvoller Standort sind die „Weißen Berge“, Halden der ehemaligen „Krallwäsche“ am Gernshäuser Bach. Neben dem Fund der fossilen Frankenberger Kornähre leben auf dem sonnigen Standort auch Eidechsen und Geburtshelferkröten. Zum Erhalt des Lebensraums haben die Jugendlichen seit 15 Jahren in Absprache mit dem Privateigentümer regelmäßig Kiefern entnommen. Die vorhandenen Amphibienteiche wurden durch eine Vertiefung und Ton-Ausgleitung erhalten.

Rund 500 Meter nordwestlich befinden sich die Dohlenfelsen. Sie bilden den größten Sandsteinaufschluss in Waldeck-Frankenberg. Aus dem dort gewonnenen, rötlich-gelben Gestein aus dem Erdzeitalter des Trias wurde auch die Liebfrauenkirche gebaut. Früher waren die Felsen Brutplatz vieler Dohlen und bekamen so ihren Namen. Um die zunehmende Verbuschung zu verhindern, hat die Naturschutzjugend die Felsen auf rund 400 Meter Länge freigestellt und über einen Pfad zugänglich gemacht.

Die Halden, die Weißen Berge und der Dohlenfelsen sind auch Stationen des neuen Zechsteinpfades, der vom Geopark Wal-deck-Frankenberg in Kooperation mit Heimat- und Kulturverein ausgewiesen wurde und in Kürze eröffnet werden soll.

Beim Jubiläumsfest der Frankenberger Naturschutzjugend am nächsten Sonntag, 7. September, führt eine Busexkursion in das Gebiet. Felix Normann führt Interessierte durch die ehemalige Bergbaulandschaft. Start ist um 14.30 Uhr unterhalb der Liebfrauenkirche. Das Fest beginnt um 13 Uhr auf dem Parkplatz der Liebfrauenkirche mit einem Gottesdienst unter dem Motto „Verantwortung für die Schöpfung“.

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