Zuwanderung wirkt Trend nicht wesentlich entgegen

Waldeck-Frankenberg: Gesellschaft altert trotz stabiler Geburtenrate

Waldeck-Frankenberg. Es sterben mehr Menschen, als geboren werden: Der Trend zur alternden Gesellschaft ist in Waldeck-Frankenberg unverkennbar.

Die Zahl der Sterbefälle lag in den vergangenen 20 Jahren zwischen 1825 und 2027 Personen. Dagegen sank die Geburtenrate kräftig: 2014 kamen im Landkreis 1176 Kinder zur Welt, 2005 waren es noch 1320 und 1995 sogar 1770. Seit 2010 sind die Geburtenzahlen indes recht stabil, sie schwanken zwischen 1150 und 1211.

„Die Gesellschaft wird in der Tat durch steigende Lebenserwartung im Schnitt älter. Das ist auch in Waldeck-Frankenberg so“, resümiert Dr. Jürgen Römer, Leiter des Fachdienstes Dorf- und Regionalentwicklung. Bedrohliche Ausmaße habe dies aber nicht. Niedrige Geburtenraten seien in höchstentwickelten Dienstleistungsgesellschaften normal. Um den Bevölkerungsstand langfristig zu halten, würde die Geburtenrate auf knapp 2,1 steigen müssen: „Davon sind wir nach wie vor weit entfernt“, erklärt Römer. Deutschlandweit lag sie 2014 bei 1,47 Kindern pro Frau, in Waldeck-Frankenberg mit knapp 1,49 leicht höher.

Zuwanderung könne dazu beitragen, den demografischen Wandel abzumildern. Angesichts des Fachkräftemangels hoffe besonders die Wirtschaft darauf. „Das wird uns aber nicht davor bewahren, in den kommenden ein bis zwei Jahrzehnten der Alterung der Gesellschaft größere Aufmerksamkeit zu widmen“, erklärt Römer.

Die Einwohnerzahl des Kreises ist zwischen 1995 und 2014 von 170 218 auf 156 460 gesunken. Der Anteil der 20- bis 65-Jährigen ist mit knapp 59 Prozent nur leicht zurückgegangen, doch die älteren Jahrgänge nehmen dabei ein stärkeres Gewicht ein. Die Gruppe der Menschen unter 20 Jahren ist von 22,7 auf 18,5 Prozent geschrumpft, während der Anteil der Senioren über 65 von 17,5 auf 22,5 Prozent gestiegen ist.

Von Wilhelm Figge

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare