Benefizkonzert zum 50-jährigen Bestehen der Böttner-Orgel in Burgwald

Mit Gesicht und Klang

Christoph Böttner: Der Orgelbaumeister erläuterte das 1961 von seinem Vater gebaute Instrument in Burgwald.

Burgwald. Ein kleines Stück Geschichte des deutschen Orgelbaus wurde lebendig, als der Frankenberger Orgelbaumeister Christoph Böttner das Pfeifenwerk vorstellte, das sein Vater vor einem halben Jahrhundert für die katholische Kirche St. Elisabeth in Burgwald gebaut hat. Die 50. Wiederkehr der Orgelweihe war am Sonntag Anlass für ein drittes Benefizkonzert, zu dem katholische und evangelische Kirchenmusiker der Region zugunsten der Orgelsanierung in St. Elisabeth eingeladen hatten.

Böttner bettete die von der Orgelbewegung des 20. Jahrhunderts geprägten barocken Klangideale seines Großvaters, des Frankenberger Kantors Hermann Böttner, und seines Vaters Wolfgang Böttner, der die Burgwalder Orgel 1961 als erstes größeres Werk gebaut hatte, in die Kulturgeschichte der Orgel ein.

Verschiedene Pfeifentypen

Er freute sich, dass das Instrument in St. Elisabeth mit seiner Disposition unverändert „allen Zeitströmungen widerstanden hat, auch wenn mangelnde finanzielle Mittel dafür vielleicht der Grund waren“, wie er augenzwinkernd hinzufügte. Für die Konzertbesucher erläuterte Christoph Böttner den Prospekt, das „Gesicht“ der Orgel, und zeigte verschiedene mitgebrachte Pfeifentypen aus Metall und Holz. Organist Andreas Busching illustrierte einzelne Register mit Klangbeispielen. Er ließ auch am Ende des Konzertes das in den vergangenen Wochen restaurierte Instrument mit einer bewegten, kraftvollen Fantasie in G-Dur von Johann Sebastian Bach in barocker Pracht aufblühen.

Mit einer Fuge des Bach-Zeitgenossen Johann Baptist Peyer hatte Petra Asami in durchsichtiger Linienführung den Abend eröffnet, bevor Beate Cwiertnia aus Bachs „Acht kleinen Präludien“ das Vorspiel in F erklingen ließ. Fein schattierte Registrierungsbeispiele der Böttner-Orgel bot ihr modernes Stück in G-Dur von Lothar Graap. Beate Cwiertnia mischte mit dem Saxophon, begleitet von Petra Asami, neue Farben in den gewohnten Pfeifenklang bei einem Capriccio von Brascianello und einer Beethoven-Bagatelle.

Spontanen Beifall gab es während des Konzertes für Bezirkskantorin Irene Tripp, die neben Werken von Händel und Franck das bewegte „Ein neues Lied will ich dir singen“ von Dvorák mit ihrer fein ausgeprägten Sopranstimme vortrug und damit das Konzert-Motto „Jubilate Deo“ unterstrich. Auch Gemeindereferentin Christiane Adler griff die Aufforderung „Jauchzet dem Herren“ mit Psalmlesungen auf.

Im Namen der Kirchenmusiker, die im vergangenen Jahr die Initiative zur inzwischen abgeschlossenen Orgelrestaurierung gegeben hatten, dankte Beate Cwiertnia am Ende allen Mitwirkenden und Spendern sowie dem Orgelbaumeister Böttner. Er kündigte an, dass bei wärmeren Außentemperaturen noch eine weitere Intonierung des 50 Jahre alten Pfeifenwerkes erfolgt.

Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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