TSV Roda feiert mit Kommers

Gesundheitliche und soziale Bedeutung

+
505487-20120326164500.jpg

Rosenthal-Roda - Zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Sport haben dem TSV Roda am Samstag ihre Glückwünsche zum 100-jährigen Bestehen überbracht.

Vor einhundert Jahren wurde der Rodaer Sportverein gegründet - damals vor allem dem Turnen verpflichtet. Berthold Naumann, langjähriges Mitglied des Vereins, hat zum Jubiläum eine Chronik des Sports in dem Rosenthaler Stadtteil erstellt. Öffentlich präsentiert wurde sie am Samstag bei einem Festkommers mit Ehrengästen und vielen Vereinsmitgliedern.

Während der Feier berichtete Naumann aus seiner Chronik. War das Sportangebot in den frühen Jahren des Vereins zunächst auf Faustball, Leichtathletik und Gewichtheben begrenzt, wurden nach und nach weitere Sportarten in das Programm aufgenommen. Besonders der Fußball und das Tischtennis haben in der Folge für Mitglieder und Erfolge gesorgt. Die jüngsten Abteilungen sind die 1977 gegründete Damengymnastikgruppe und die Jazztanzgruppe "Emotions".

Mittlerweile habe der Verein auch zahlreiche "moderne Sportarten", wie Aerobic, sagte die Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg in ihrem Grußwort. Bereits zu Zeiten der kaiserlichen Monarchie seien in den Sportvereinen demokratische Strukturen zu finden gewesen, lobte sie. Somit würden sich Vereine als Testfelder für die Demokratie betrachten lassen, schlussfolgerte die CDU-Politikerin.

Soziale Bedeutung

Landrat Reinhard Kubat berief sich in seiner Glückwunschrede ebenfalls auf die lange Tradition des Vereins. Der TSV Roda habe neben sportlichen Erfolgen auch zahlreiche Krisen durchleben müssen. Vor allem nannte Kubat die beiden Weltkriege, die auch den Verein schwer trafen. Als Zeichen der Anerkennung überreichte der Landrat stellvertretend für Ministerpräsidenten Volker Bouffier dem Vereinsvorsitzenden Heiko Hoffmann die "Silberne Ehrenplakette des hessischen Ministerpräsidenten" .

Bürgermeister und Schirmherr Hans Waßmuth und Landtagsmitglied Reinhard Kahl stellten die soziale Komponente der Vereine in den Mittelpunkt ihrer Reden. Sie seine eine Begegnungsstätte für Menschen jeden Alters. In den heutigen Zeiten sei aber auch die gesundheitliche Komponente der Sportvereine wichtiger denn je. Dr. Norbert Englisch, Präsident des Hessischen Tischtennis-Verbands (HTTV), mahnte die Politik, den Vereinen nicht noch mehr bürokratische Hürden aufzusetzen. Die Vereine müssten ihrer gesundheitlichen und sozialen Verantwortung wegen gestärkt werden.

Ehre für verdiente Sportler

Im Mittelpunkt des Abends stand jedoch die Ehrung verdienter Mitglieder. Im Bereich Tischtennis ehrte Englisch Manfred Engel, Uwe Heck und Hans Kurzweil mit der HTTV-Spielerverdienstnadel in Gold für 40 Jahre aktive Laufbahn. Christian Trusheim wurde mit der HTTV-Ehrennadel in Bronze für seine Verdienste geehrt.

Christel Schilke, stellvertretende Vorsitzende des Frankenberger Sportkreises, ehrte Berthold Naumann mit der Landessportbund-Ehrennadel in Silber. Der Vereinsvorsitzende Heiko Hoffmann erhielt die Verdienstnadel des Landessportbundes.

Für ihre Leistungen im Bereich der Gymnastik wurde Elli Roth mit der Ehrennadel des Turngau Oberlahn-Eder in Bronze geehrt. Marina Hoffmann erhielt die Ehrennadel in Silber, Margarete Müller und Hannelore Bender erhielten sie jeweils in Gold. Die Ehrung nahm der stellvertretende Gauleiter des Turngau, Johannes Wick vor.

Für besondere Leistungen im Bereich Fußball ehrte der stellvertretende Kreiswart Hans-Werner Schneider drei Mitglieder: Bernd Hoffmann und Bernd Kurzweil wurden mit dem Ehrenbrief des Hessischen Fußball-Verbandes geehrt. Manfred Fischer erhielt die Ehrennadel in Bronze. Hans Kurzweil und Christian Trusheim wurden für besondere Verdienste im Verein zusätzlich mit der Ehrenmitgliedschaft geehrt.

Aufgelockert wurde der Abend von einem Auftritt der "Emotions". Sie zeigten eine musikalisch untermalte Choreographie von "Alice im Wunderland".

Die im Anschluss an den offiziellen Teil des Abends vorgestellte Chronik erhält unter anderem zahlreiche Fotos. Teilweise datieren sie in der Anfangszeit des Vereins und waren bislang weitgehend unbekannt. Berthold Naumann hat viele Arbeitsstunden in die Recherche und die Zusammenstellung der Chronik investiert. Ein Schwerpunkt seines Werkes sind die 1960er und -70er Jahre, in denen sich der Verein beinahe aufgelöst hätte. Erst durch den Einsatz einiger Mitglieder wurde das Vereinsleben aufrecht erhalten. Ebenfalls wichtig seien die letzten zwei Jahrzehnte gewesen, sagte Naumann, in denen sich der Verein neuen, großen Herausforderungen gegenüber sah.

Mit aktuell 223 Mitgliedern sehe die Vereinsführung jedoch mittlerweile positiv in die Zukunft, auch weil die Zusammenarbeit mit benachbarten Sportvereinen wie jenen aus Rosenthal oder Münchhausen sehr erfolgreich sei, schloss der Vorsitzende Hoffmann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare