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Gewerkschaft GEW fordert in Frankenberg mehr Geld für Grundschullehrer

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Von: Karl-Hermann Völker

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Demonstration am Frankenberger Rathaus: Unterstützung für ihre Forderung nach einer Besoldungsangleichung für Grundschullehrer wie in anderen Schulformen bekamen die Frankenberger GEW-Mitglieder durch die stellvertretenden GEW-Landesvorsitzenden (vorn von links) Heike Ackermann und Dr. Simone Claar.
Demonstration am Frankenberger Rathaus: Unterstützung für ihre Forderung nach einer Besoldungsangleichung für Grundschullehrer wie in anderen Schulformen bekamen die Frankenberger GEW-Mitglieder durch die stellvertretenden GEW-Landesvorsitzenden (vorn von links) Heike Ackermann und Dr. Simone Claar. © Karl-Hermann Völker

Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft haben bei einer Demonstration in Frankenberg eine bessere Bezahlung von Grundschullehrern gefordert.

Frankenberg – „Runter mit der Pflichtstundenzahl, Gehaltsstufe A13 statt A12 auch für Grundschullehrkräfte, wir haben es verdient!“ forderte Heike Ackermann (Kaufungen), stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und selbst erfahrene Grundschullehrerin. Am Frankenberger Rathaus demonstrierte sie gemeinsam mit ihrer Co-GEW-Landesstellvertreterin Dr. Simone Claar (Kassel) und zahlreichen Mitgliedern des GEW-Kreisverbandes Frankenberg für eine gerechtere Bezahlung der Grundschullehrkräfte wie in bereits zahlreichen anderen Bundesländern. „Auch hier ist Hessen wieder Schlusslicht!“

Lehrkräftemangel

„Wer in Hessen an Grundschulen unterrichtet, verdient weniger Geld als die Kolleginnen und Kollegen in den meisten anderen Bundesländern. Über ein ganzes Berufsleben hinweg summiert sich die Differenz erheblich – auf 140.000 Euro gegenüber dem bundesweiten Durchschnitt“, berichtete Heike Ackermann aus einer GEW-Studie. Unter diesen Bedingungen werde es immer größere Schwierigkeiten geben, Lehrkräfte für die Grundschulen anzuwerben. Die bisherige Bezahlung nach A12 sei „aufgrund des hohen Frauenanteils von 90 Prozent in den Grundschulen sogar als mittelbare Diskriminierung des Geschlechts anzusehen“, fand Ackermann. Lehrkräftemangel in der Grundschule sei die Folge.

Sie bekam mit ihrer Forderung bei dem anschließenden Gespräch und Erfahrungsaustausch mit Lehrkräften aus der Frankenberger Region in der Rathausschirn deutliche Unterstützung. Eine Teilnehmerin verwies auf die HNA-Seiten mit den Schulanfängerfotos in der vergangenen Woche, wo es Klassengrößen von 13 bis zu 27 Grundschülern gegeben habe (Höchstzahl in Hessen: 25!): „Ist das Chancengleichheit?“ Der Markt für Grundschullehrer sei „leer gefegt“. Kritisiert wurde auch, dass für Grundschulen seit Einführung der Inklusion nicht genügend Förderschullehrkräfte zur Verfügung stünden und die Grundschullehrkräfte mit den Problemen allein gelassen würden.

„Bildungsnotstand nach Corona“

Eine ganze Liste von gewerkschaftlichen Forderungen, mit denen „dem Bildungsnotstand nach Corona“ in Hessen begegnet werden sollte, legten die Frankenberger GEW-Kreisvorstandsmitglieder Elke Mitze, Philipp Mengel und Sieglinde Peter-Möller den beiden Vertreterinnen des GEW-Landesvorstandes für ihren bildungspolitischen Kampf in Hessen vor: kleinere Klassen angesichts der Lernrückstände, Ausweitung der schulpsychologischen Betreuungsmaßnahmen, verstärkte Sozialarbeit bei Zunahme der psychosozialen Probleme, Umsetzung des Digitalpakts in Hessen, die Aufhebung befristeter Arbeitsverträge für Lehrer und damit fehlende Bezahlung in den Sommerferien und Reduzierung der Pflichtstunden. „Unser Schulsystem steckt in einem Teufelskreis aus Überlastung durch Lehrkräftemangel und umgekehrt!“ stellte GEW-Sprecherin Peter-Möller fest.

Simone Claar appellierte am Schluss, junge Lehrkräfte möglichst früh für die Bildungsgewerkschaft zu begeistern. „Gemeinsam können wir viel erreichen!“  

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