Projekt im Nationalpark

Gewinnbringend für alle Beteiligten

Eine Woche lang haben Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam ehrenamtlich im Nationalpark Kellerwald-Edersee gearbeitet. Sie haben unter anderem die neue Hütte am Fahrentriesch mit Holz verkleidet. Foto: Andrea Pauly

Frankenau-Altenlotheim - Eine Woche lang haben Freiwillige mit und ohne Behinderung gemeinsam an verschiedenen Stellen im Nationalpark gearbeitet. Sie entfernten alte Zäune, sammelten Totholz von alten Huteflächen und verkleideten den wieder aufgebauten Schuppen am Fahrentriesch.

Zum zweiten Mal fand die Integrative Waldwoche im Nationalpark Kellerwald-Edersee statt: Teilnehmer aus dem Lebenshilfe-Werk, der Kegelbergschule und des Bergwald-Projektes brachten gemeinsam an verschiedenen Stellen im Nationalpark ihre Zeit und Kraft ein.

„Auch Menschen mit Behinderung wollen ehrenamtlich arbeiten und sich einbringen“, sagte Martina Fackiner, Freiwilligenkoordinatorin des Wal­deck-Frankenberger Lebenshilfe-Werks - und das tun sie sogar mit großer Begeisterung: Florian Müller zum Beispiel war bereits zum dritten Mal bei einer Projektwoche dabei. Und auch die anderen Teilnehmer waren mit Feuereifer und viel Spaß bei der Sache.

Die Arbeit der Freiwilligen ist sinnvoll und hilfreich, berichtete Wolfgang Kommallein, der beim Nationalpark Kellerwald-Edersee für das Projekt zuständig ist.

Ohne Hilfe nicht möglich

Kilometerweise alte Zäune wurden in den vergangenen Jahren bereits in verschiedenen Freiwilligenprojekten entfernt - und es sind noch viele Kilometer übrig. Im Rahmen der Freiwilligen-Projekte wurde auch der alte Schuppen aus dem Henning-Tal nahe der Bathildishütte ab- und am Fahrentriesch wieder aufgebaut (wir berichteten). In dieser Woche bekam er eine Verschalung aus Holzlatten. Außerdem entfernten die Helfer sogenannte Einzelschützer aus dem Wald. Ohne die Freiwilligenarbeit hätten die Mitarbeiter des Nationalparks dies alles nicht geschafft, betonte Kommallein. Als Bindeglied zwischen Nationalpark und Freiwilligen war Nationalparkförsterin Mareike Schulze tätig: Sie koordinierte die Arbeiten vor Ort, stand mit Rat und Tat zur Seite und erklärte den Freiwilligen, welchen Sinn ihre Arbeiten haben.

Für die stellvertretende Leiterin des Nationalparks, Jutta Seuring, ist das integrative Projekt ein Gewinn für alle Seiten. Sie betonte, dass nicht nur die Menschen mit Behinderung die gemeinsame Zeit im Nationalpark als bereichernd und lehrreich empfänden, sondern diese Erfahrung wechselseitig sei.

Auch für die Betreuer war die Woche im Wald eine besondere Zeit, sagte Gerald Tausch von der Kegelbergschule: „Der Austausch ist herrlich.“ Nicht nur die Landschaft, sondern auch und vor allem das Miteinander und die Gespräche mit den anderen Gruppen seien sehr positive Erfahrungen. Besonders für die Kegelbergschüler sei es eine wichtige Erfahrung, „mittendrin“ zu sein.

In den eigenen Grenzen

Christoph Wehner vom Verein „Bergwald-Projekt“ betonte, dass jeder Teilnehmer nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten mitarbeite. „Wir lassen jeden so, wie er ist, und trotzdem bekommen wir ordentlich was bewegt“, freute er sich.

Insgesamt 15 Helfer waren über das Bergwald-Projekt dabei, weitere sieben von der Lebenshilfe. Die Kegelbergschule­ war an vier Tagen mit zwei Schülern, einmal sogar mit sechs Jungen und Mädchen vor Ort. Außerdem waren zwei weitere Freiwillige dabei.

Für die meisten Teilnehmer - ob mit oder ohne Behinderung - steht bereits fest: Auch im nächsten Jahr wollen sie wieder im Nationalpark arbeiten.

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